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The Promise

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The Promise – Die Erinnerung bleibt

Portugal, Spanien, USA 2016

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 133 Min.

Studio: Survival Pictures

Vertrieb: Capelight

Filmzine-Review vom 20.01.2018

Konstantinopel 1914, kurz bevor das Osmanische Reich an der Seite der Mittelmächte in den Ersten Weltkrieg einzieht, nimmt der armenische Apotheker Michael Boghosian (Oscar Isaac) in der Stadt am Bosporus sein Medizinstudium auf. Die nötigen finanziellen Mittel hat er durch die Mitgift seiner Verlobten bekommen, die in seinem Heimatdorf sehnlichst auf seine Rückkehr wartet. Doch Michael lernt in der Hauptstadt eine neue Welt und viele interessante Menschen kennen, u.a. die Tänzerin Ana (Charlotte Le Bon) und ihren Freund, den Fotojournalisten Chris Myers (Christian Bale), der den in der Luft liegenden Krieg dokumentieren will und sich besonders für den drohenden Genozid an den Armeniern interessiert. Für Michael beginnt derweil der tägliche Kampf ums Überleben…

Nach Fatih Akins The Cut ist The Promise – Die Erinnerung bleibt nun der zweite filmische Beitrag zum Völkermord an den Armeniern in den Jahren 1915 und 1916, dem ersten systematischen Genozid des 20. Jahrhunderts, der von der Türkei bis heute offiziell vehement bestritten wird. Im Gegensatz zu The Cut inszeniert Terry George (Hotel Ruanda) das schwierige Thema als imposantes, aber ein wenig aus der Zeit gefallenes Ausstattungs-Kino fürs große Publikum. Die etwas dick aufgetragene Dreiecksgeschichte zwischen Oscar Isaac, der Newcomerin Charlotte Le Bon und Christian Bale, die das Zentrum der Geschichte bildet, lässt unvermeidlich Erinnerungen an David Leans Edelklassiker Doktor Schiwago aufkommen. Die historische Tragödie wird trotz einiger schockierenden Massenverhaftungen und Exekutionen allerdings nicht immer angemessen komplex behandelt und auch das Ende mit der Rettungsaktion einer großen Gruppe Armenier durch ein französisches Kriegsschiff und der anschließenden Evakuierung nach Port Said setzt eher auf Schauwerte. Kurios: Auf der IMDB wurde der Titel noch vor dem Kinostart in Grund und Boden gevotet und hatte anfangs eine entsprechend desaströse Durchschnittswertung. Ob da jemand mit dem Inhalt nicht so ganz einverstanden war?

 

Marcs Filmwertung

Imposantes, aber ein wenig aus der Zeit gefallenes Ausstattungs-Kino, das der historischen Tragödie nicht gerecht wird.

Marc

Marc

Viel-Gucker und Viel-Reviewer. Mag's gern spannend und auch gerne mal blutig. Zur Abwechslung darf es aber auch mal ein Klassiker sein, Hauptsache gutes Kino.

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Leserwertung

Eure Leserwertung:
[Gesamt:5    Durchschnitt: 3.6/5]

Trailer

Cast & Crew

Getestetes Format: The Promise - Blu-ray


Releasedatum:
18.12.2017

Audioformate:
Deutsch DTS-HD MA 5.1
Englisch DTS-HD MA 5.1

Bildformat:
2,35:1 (1080p)

Extras:

  • Audiokommentar mit Terry George und Eric Esrailian
  • Entfallene Szenen (mit optionalem Audiokommentar, 6 min)
  • 3 Featurettes (Der Grund/Eine Liebesgeschichte/Krieg und Kampf, 9 min)
  • Dt. Kinotrailer
  • 4 Trailer zu weiteren Titeln
  • Wendecover

Disc-Wertung:
Ausstattungs-Wertung 3.0 von 5
Diese DVD/Blu-ray wurde uns vom Vertrieb Capelight kostenlos zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt. Unsere Bewertung ist davon jedoch nicht beeinflusst und gibt die unabhängige, persönliche Meinung des jeweiligen Rezensenten wieder.
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2 Kommentare

  1. Marc

    Mit einer gewissen Affinität zum Hollywood Kitsch lässt sich The Promise ertragen…Die Romanze fand ich eher halbgar, aber Oscar Isaac und Christian Bale machen das Beste draus.

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  2. Ich habe den Film wesentlich schlechter in Erinnerung. Mir war die Geschichte zu kitschig und auch ein grandioser Oscar Isaac – der Mann verbessert jeden Film – konnte das schwache, eindimensionale Drehbuch nicht retten. Der Massenmord an den Armeniern sollte auf keinen Fall in Vergessenheit geraten, aber ob man sich mit diesem Film einen Gefallen getan hat? Ich bezweifle es.

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