Arakimentari

© rapid eye movies

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Arakimentari

Japan 2004

FSK: ab 16 Jahren

Länge: ca. 75 Min.

Studio: Troopers Films

Vertrieb: rapid eye movies

Filmzine-Review vom 03.02.2006

Der Fotograf Nabuyoshi Araki polarisiert und provoziert wie kaum ein anderer seines Fachs. In Hunderten von Büchern veröffentlichte er seine Werke und präsentiert eine unglaubliche Bandbreite an eindrucksvollen Fotos von Blüten, Stillleben, Architektur oder dokumentarisch-sachlichen Porträts.

Dieser Aspekt seiner Arbeit wird in der Doku Arakimentari allerdings kaum gewürdigt, denn Araki ist hauptsächlich wegen seiner Aktfotografien berühmt-berüchtigt, bei deren Betrachtung man kaum glauben mag, dass die zuweilen pornografisch-gewalttätigen Aufnahmen das Werk eines Japaners sein sollen. Doch von asiatischer Zurückhaltung oder gar Verklemmtheit keine Spur. Bei der Ablichtung seines Lieblingsmotivs – Frauen – setzt der Künstler nicht auf subtile, ästhetische Erotik, sondern weckt eher den Eindruck, als wolle er das Objektiv am liebsten bis zum Anschlag in den Geburtskanal des Foto-„Objekts“ schieben. Angesichts der Flut an Fotos weit geöffneter Geschlechtsorgane und des respektlosen Verhaltens Arakis seinen Models gegenüber, denen er ungeniert zwischen den Beinen herumzupft und dabei dumme Sprüche von sich gibt, stellt sich zumindest beim weiblichen Betrachter irgendwann ein ungutes Gefühl ein und man vermisst ein paar kritische Stimmen. Statt dessen lässt die Doku ausschließlich die begeisterten Models und Fans des Fotografen, darunter auch Björk, zu Wort kommen und vermittelt dadurch und durch die Auswahl der zwischengeblendeten Fotos zunächst ein sehr einseitiges Bild des umstrittenen Meisters. Mit der berührenden Fotoserie über seine früh verstorbene Ehefrau, die in der zweiten Hälfte der Doku thematisiert wird, beweist Araki dann doch noch ein wenig Menschlichkeit, auch wenn er zu dem Zeitpunkt bei vielen seine Sympathien bereits verspielt haben dürfte.

 

Ninas Filmwertung

Mit vielen Fotos angereicherte, leider recht einseitige Doku über den meist veröffentlichten Fotografen der Welt.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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Diese DVD/Blu-ray wurde uns vom Vertrieb rapid eye movies kostenlos zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt. Unsere Bewertung ist davon jedoch nicht beeinflusst und gibt die unabhängige, persönliche Meinung des jeweiligen Rezensenten wieder.
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