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Säugetiere

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Säugetiere

Mammals

GB 2024

FSK: ab 0 Jahren

Länge: ca. 300 Min.

Vertrieb: Polyband

VÖ-Datum: 30.01.2026

Filmzine-Review vom 01.02.2026

Unermüdlich produziert David Attenborough eine Naturdokumentation nach der nächsten und spricht auch im stolzen Alter von 99 Jahren wieder den Kommentar zur neuen Reihe Säugetiere. Für die deutsche Fassung nimmt wie gewohnt Anthony-Hopkins-Stimme Christian Schult hinter dem Mikro Platz. Der Name Attenborough ist längst ein Synonym für Qualität der Extraklasse und so fasziniert der Sechsteiler von der ersten Minute an. Die einzelnen Episoden unterteilen sich wie folgt:

1. In der Dunkelheit: Nachtaktive Tiere und Säuger, die in ewiger Dunkelheit leben (etwa in Höhlen oder unter der Erde), brauchen alle Sinne, um sich zu orientieren. So setzt der Wüstenfuchs oder Fennek auf seine riesigen Lauscher, um Nahrung unter dem Wüstensand der Sahara aufzuspüren, und einer Leopardin hilft ihr ausgezeichnetes Sehvermögen bei der nächtlichen Pavian-Jagd in einem Baum. Kameras mit extrem lichtempfindlichen Sensoren, Infrarot- und Wärmebildkameras machen hier das Geschehen in eindrucksvoller Qualität sichtbar.

2. Die neue Wildnis: Immer häufiger müssen Tiere ihren Lebensraum mit Menschen teilen. So kann es geschehen, dass plötzlich eine Elefantenherde im Vorgarten steht, wenn eine Siedlung einfach auf den seit Elefantengenerationen etablierten Wanderrouten errichtet wird. Die gigantischen Mähnenrobben an der südamerikanischen Pazifikküste haben sich mit den Menschen arrangiert und profitieren auch von Besuchen auf dem Fischmarkt. Die schockierendsten Aufnahmen stammen aus der afrikanischen Savanne, wo eine Gepardin bei ihrer überlebensnotwendigen Jagd von Safari-Jeeps belagert wird. Sie bedrängen die Raubkatzen regelrecht, erschweren ihre Jagd und trennen die Mutter von den Jungen. Nachdem die Beute geschlagen ist, umzingeln 70 Fahrzeuge den Riss und kommen dem Tier bis auf wenige Meter erschreckend nahe. Diese Aufnahmen machen fassungslos.

3. Im Wasser: Die dritte Folge widmet sich Meeressäugern und Tieren, die nur hin und wieder ins Wasser gehen, wie etwa die Makaken, die in Sri Lanka nach Seerosenknospen tauchen. Vor der Westküste Australiens machen Orcas Jagd auf Buckelwalkälber. Sie rammen das Junge von der Seite und entführen es, indem sie das Verhalten der Mutter nachahmen. Ein sehr besonderer Anblick sind die ruhenden Pottwale, senkrecht im Wasser stehend. Sie verbringen nur sieben Prozent ihres Lebens schlafend. Da ihre Kälber täglich 300.000 Kalorien brauchen, müssen die Mütter in der Tiefsee nach Riesenkalmaren jagen. Nur so können sie die rund 100 Liter Milch produzieren, die das Junge täglich trinkt.

4. In der Kälte: Mit dem schwindenden Meereis müssen Eisbären immer häufiger an Land nach Beute jagen. Seltene Aufnahmen zeigen einen Eisbären auf Spitzbergen bei der Rentier-Jagd. Amüsant zu beobachten ist das Versteckspiel, das Walrosse mit einem jungen Eisbären spielen. Auch in der abgeschiedenen Wildnis Alaskas gelingen den Tierfilmern seltene Aufnahmen des scheuen Vielfraß – ein seltener Gast in Naturdokumentationen. Während sich 90 Prozent der männlichen Säugetiere nicht um den Nachwuchs kümmern, versorgt der Vielfraß das Weibchen nach der Geburt der Jungen mit Futter.

5. In der Hitze: Hohe Temperaturen und Wassermangel stellen Säugetiere auf eine harte Probe. In Brasilien haben Kapuzineraffen einen cleveren Weg gefunden, um ihren Durst zu stillen: Sie tauchen ihren langen Schwanz in Asthöhlen ein. Wie ein Schwamm saugt er sich mit Wasser voll und sorgt so für die lebensrettende Erfrischung.

6. In den Wäldern: Vom Unterholz bis in die Baumkronen: Säugetiere leben auf allen Ebenen des Waldes. Im Regenwald von Gabun filmt das Team eine Gruppe Schimpansen, die gut koordiniert Jagd auf Rotscheitelmangaben, eine kleine Affenart, macht. In den verwunschenen Wäldern des Olympic Nationalpark an der Westküste der USA gelingen erstmals Aufnahmen eines Rotluchses beim Lachsfang. Dabei muss das wasserscheue Tier ganz schön aufpassen, dass die Pfoten nicht allzu nass werden, und es den riesigen Brocken überhaupt an Land bekommt.

Wer sich für den Aufwand und die Technik hinter den beeindruckenden Aufnahmen interessiert, findet in der 50-minütigen Bonusfolge (OmU) ausreichend Hintergrundinformationen über die teils unglaublich aufwändigen Dreharbeiten und die faszinierende Arbeit der Tierfilmer.

Folgen: 1. In der Dunkelheit – 2. Die neue Wildnis – 3. Im Wasser – 4. In der Kälte – 5. In der Hitze – 6. Im Wald

 

Blu-ray Extras:

    • Making of (52 min)

 

Ninas Filmwertung

Von Spitzmaus bis Blauwal – spektakuläre Einblicke in die so vielfältige Welt der Säugetiere.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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