Attenberg

© rapid eye movies

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Attenberg

Griechenland 2010

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 94 Min.

Studio: Haos Films

Vertrieb: rapid eye movies

Filmzine-Review vom 06.01.2013

In einem kleinen Industrieörtchen an der griechischen Küste pflegt Marina (Ariane Labed) ihren krebskranken Vater. Die junge Frau hatte bisher noch keinen sexuellen Kontakt zu Männern. Mit ihrer besten Freundin Bella experimentiert sie in Sachen Zungenkuss und lässt sich deren Erfahrungen haarklein erzählen, um zumindest theoretisch davon profitieren zu können. Alle übrigen Verhaltensweisen guckt sie sich bei Richard Attenboroughs Tierdokumentationen ab, und muss feststellen, dass sich Flügelschlagen, Brusttrommeln und Gegacker nicht immer 1:1 auf den Menschen übertragen lassen…

Nach dem griechischen 2011er Oscar-Beitrag Dogtooth, der es mühelos in die Top Ten der (im positiven Sinne) wohl merkwürdigsten Filme aller Zeiten schafft, gelangt mit Attenberg (der falsch ausgesprochene Name „Attenborough“) ein weiterer Vertreter des neuen griechischen Kinos auf deutsche Leinwände. Wer an die klassischen griechischen Tragödien denkt, dem fallen opulente Inszenierungen, große Gesten, überbordende Gefühle ein. Attenberg ist das komplette Gegenteil. Sehr zurückgenommen erzählt Athina Rachel Tsangari ihre Geschichte, in der es ständig um Emotionen geht, bei der aber nie Emotionen gezeigt werden. Diese starre, irgendwie leere Inszenierung des Stillstands ist gewöhnungsbedürftig, lässt dem Zuschauer aber auch viel Raum für eigene Gedanken und Interpretationen. Gelegentlich kann man sich ein Kopfschütteln nicht verkneifen, etwa wenn Tochter und Vater auf dem Bett Albatrosse, Gorillas oder Kraniche imitieren. Ähnlich irre wirken auch die Intermissionen, in denen Marina und Bella im Ministry of Silly Walks-Stil völlig abgedreht durch die Gegend tänzeln.

Die griechische Filmbranche ist überschaubar, man kennt sich, man hilft sich, so beschreibt es Tsangari im Interview. So war sie Produzentin bei Dogtooth, dessen Regisseur Giorgos Lanthimos in Attenberg die Rolle von Marinas Liebhaber übernimmt. Das Fehlen einer deutschen Tonspur ist allerdings ein kleines Hindernis, das man überwinden (wollen) muss.

 

Ninas Filmwertung

Kein zweiter Dogtooth, dennoch ein angenehm abgedrehter neugriechischer Kinobeitrag.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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Cast & Crew

Diese DVD/Blu-ray wurde uns vom Vertrieb rapid eye movies kostenlos zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt. Unsere Bewertung ist davon jedoch nicht beeinflusst und gibt die unabhängige, persönliche Meinung des jeweiligen Rezensenten wieder.
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