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Der Salzpfad

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Der Salzpfad

The Salt Path

GB 2024

FSK: ab 6 Jahren

Länge: ca. 117 Min.

Vertrieb: DCM (LEONINE)

VÖ-Datum: 07.11.2025

Filmzine-Review vom 05.11.2025

Durch eine Fehlinvestition in die Firma eines Freundes haben Raynor und Moth Winn (Gillian Anderson & Jason Isaacs) alles verloren: ihre gesamten Ersparnisse, ihr Haus und ihre Tiere. Vorerst müssen sie von einer wöchentlichen Steuergutschrift von 40 Pfund leben. Als sei das nicht dramatisch genug, folgt auch schon der zweite Schicksalsschlag: Moth ist unheilbar krank. Eine degenerative Erkrankung namens CBD führt dazu, dass nach und nach alle Muskelgruppen versagen. Die Ärzte geben ihm noch wenige Monate. Aus der Not brechen sie mit einem Zelt und den Klamotten, die sie am Leib tragen, zu einer über 1000 Kilometer langen Wanderung entlang der Küste von Cornwall, Devon und Dorset auf…

Erst nach einer guten Dreiviertelstunde öffnet sich das bis dahin verkleinerte Bild von Der Salzpfad zum vollen Breitbildformat von 2.39:1. In atemberaubenden Aufnahmen wird die Schönheit der englischen Südwestküste eingefangen. Hier spielt der Film seine größte Stärke aus: die Landschaftsaufnahmen von Kamerafrau Hélène Louvart. Dramaturgisch schwächelt der kathartische Wandertrip hingegen etwas. Irgendwie fehlt der Verfilmung alles, was das Buch so besonders gemacht hat – die Ungerechtigkeit, durch die das Paar alles verloren hat, die große Verzweiflung, wie es weitergeht, wenn man plötzlich kein Dach mehr über dem Kopf hat, die Interaktion mit anderen Wanderern und Mitmenschen, die Außenwirkung als Obdachlose, die Beschwerlichkeit des South West Coast Path für ungeübte Wanderer und nicht zuletzt das medizinische Wunder, dass es dem humpelnden und hinkenden Mann, der sich nach ärztlicher Anweisung schonen soll, durch diese körperliche Herausforderung von Tag zu Tag besser geht, solange er nur in Bewegung bleibt. All das bleibt gefühlsmäßig auf der Strecke und kommt bei Zuschauern, die das Buch bzw. die Bücher nicht kennen, nicht richtig an. Statt des hoffnungsvollen Untertons der Vorlage überwiegt hier die bedrückende Stimmung zwischen den beiden. Aktuell gibt es eine Kontroverse über den Wahrheitsgehalt der Geschichte: So soll das Paar an der finanziellen Misere nicht ganz unschuldig gewesen sein und auch Moths Diagnose wird angezweifelt. Autorin Raynor Winn hat rechtliche Schritte angekündigt.

 

Blue-ray Extras:

    • Deutscher Trailer zum Film
    • Trailer zu 4 weiteren Titeln
    • Wendecover

 

Ninas Filmwertung

Mit tollen Landschaftsaufnahmen verfilmter Bestseller, der einen leider weniger berührt als die Vorlage.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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