Manufacturing Dissent
Kanada 2007
FSK: ab 12 Jahren
Länge: ca. 75 Min.
Studio: Persistence of Vision Productions
Vertrieb: Sunfilm Entertainment
Filmzine-Review vom 28.11.2007
Dokumentarfilmer Michael Moore ist ein Meinungsmacher, ein politisch engagierter Entertainer, der polarisiert. Es liegt in der Natur seiner Aktionen, dass er in seiner Heimat von den Demokraten akzeptiert und von den Republikanern abgelehnt wird. Nach Erfolgen bei den Oscars und beim Cannes Filmfestival wurden immer wieder kritische Stimmen laut, die ihm Tatsachenverdrehung, Lügen und Manipulation nachsagten.
Mit Manufacturing Dissent tritt ein kanadisches TV-Team eine Art Rachefeldzug gegen Michael Moore an und versucht, ihn mit Hilfe diverser „Zeugen“ seiner Lügen zu überführen. Man wird dabei aber das Gefühl nicht los, dass es sich hier um ein etwas aufgeblähtes Problem handelt, denn der füllige Herr mit dem Baseball-Cap ist sicherlich nicht Amerikas gefährlichster Manipulateur, dem das Handwerk gelegt werden muss. MM will aufrütteln, etwas bewegen – heiligt da der Zweck nicht die Mittel? Darf er sich als Künstler nicht gewisse Freiheiten nehmen? Es ist hinlänglich bekannt, dass vereinfachte Darstellungen, Schwarz-Weiß-Malerei und Überzeichnungen zu Moores Stilmitteln zählen. Da werden auch schon mal Personen aus dem Kontext gerissen zitiert, wie im Film am Beispiel George W. Bushs gezeigt. Während einer Pressekonferenz gibt er aber kleine Manipulationen selbst zu, solange sie die Aussage seines Films unterstreichen. Man erinnere sich an die Szene aus Bowling for Columbine, in der Moore als Dankeschön für ein eröffnetes Konto von der Bank ein Gewehr ausgehändigt bekommt. Natürlich war die Situation gestellt, und natürlich wird die Waffe nicht einfach zusammen mit dem Sparbuch über den Tisch geschoben. Die Bankangestellten betonen hier in ihrem Statement, dass jeder Kunde polizeilich überprüft werde und dass die 20.000 verfügbaren Waffen keinesfalls in ihrem Gebäude sondern in einem Tresor an einem ganz anderen Standort aufbewahrt werden. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass Neukunden hier ein Gewehr geschenkt bekommen und dass dieses Gebahren hochgradig absurd ist. Grundsätzlich hat eine Diskussion über die Frage, inwieweit Dokumentationen dem gegebenen Anspruch an Faktentreue und Wahrheitsgehalt gerecht werden sollten, durchaus ihre Berechtigung. Nach einigen Buchveröffentlichungen und ein paar Websites wirft nun Manufacturing Dissent diese Frage in den Raum – bei dem ein oder anderen Festival lief der Film mit beachtlichem Erfolg, Sunfilm bringt die Low-Budget-Produktion jetzt in die deutschen Heimkinos.
Zahlreiche Deleted Scenes ergänzen die Eindrücke des Films. Darüber hinaus gibt es noch Auszüge aus einer Diskussionsrunde von Dokumentarfilmern über die Arbeitsweise ihres ungeliebten Kollegen.
Ninas Filmwertung
Die Enthüllung des Enthüllers – grundsätzlich interessante, aber nicht immer ganz nachvollziehbare Kritik an Michael Moore.
- Scream 7 - 18. Juni 2026
- Fackham Hall - 28. Mai 2026
- Primate - 14. Mai 2026
- The Housemaid – Wenn sie wüsste - 4. Mai 2026


