Spandau Ballet – The Reformation Tour 2009 (Live at The O2)
GB 2010
FSK: ohne Altersbegrenzung
Länge: ca. 148 Min.
Studio: Blakehale Limited
Vertrieb: Eagle Vision
Filmzine-Review vom 19.04.2010
Ihre gemeinsame Karriere war nicht allzu lang, dafür aber umso erfolgreicher: Als Ende der 70er Jahre fünf Briten damals noch unter dem Namen \“The Makers\“ ihre ersten Konzerte in kleinen Londoner Pubs absolvierten, ahnte wohl keiner von ihnen, dass sie wenige Jahre später mit mit Songs wie \“True\“ oder \“Gold\“ einen Stammplatz in den europäischen Charts erobern würden. War ihr erstes Album Journey to Glory (1981) noch eher elektrolastig, etablierten sie spätestens mit dem 1983er True ihren melodiösen Pop-Sound, den sie bis zum vorläufig letzten Erfolgs-Album Through the Barricades (1986) beibehielten. 1989 sank der Stern der sich langsam zerstreitenden Band, ihre letzte Veröffentlichung Heart Like A Sky blieb weitgehend unbeachtet.
Was nach diversen Rechtsstreits zwischen den Bandmitgliedern kaum noch vorstellbar schien, ist nun tatsächlich wahr geworden: Knapp 20 Jahre nach ihrem letzten Konzert haben sich Spandau Ballet wieder zusammengerauft. Und das gar nicht mal schlecht. Gut, älter sind sie geworden, das lässt sich nicht leugnen, aber das sind ihre Fans auch – denn die \“Reformation-Tour\“, die sie unter anderem ins ausverkaufte Londoner O2 führte, ist ganz klar und ohne Kompromisse eines: eine nostalgische Reise in die Vergangenheit. Und so feiern die fünf Briten gemeinsam mit ihrem Publikum die Erinnerung an ihre Jugend, unterstützt durch eine Video-Retrospektive auf der großen Leinwand (\“Were we cute!\“), und mit sämtlichen Songs, die die Erfolgsgeschichte der Band ausmachen. Von \“To Cut A Long Story Short\“ bis hin zu \“Through The Barricades\“ spielt die Band alle ihre großen und kleineren Hits. Ein einziger neuer Song (\“Once More\“ vom 2009er Album Reformation) stört die Zeitreise nur wenig: hier geht es um damals. Und egal, ob sie die alten Elektro-Songs wie \“Chant No. 1 / Paint Me Down\“, die melodiösen Pop-Songs aus dem wahrscheinlich besten Spandau Ballet-Album Parade (1984) oder die herzschmelzenden Balladen wie \“True\“ oder \“Through the Barricades\“ performen: sie haben nicht nur ihr Handwerk noch immer im Griff, man merkt ihnen auch den Spaß an der Sache an. Dabei klingt auch bei weitem nicht jeder Song so wie im Original, einige wurden mal weniger, mal mehr (\“With The Pride\“) neu eingekleidet…
Ergänzt durch eine knapp halbstündige Doku über die Entstehung der Band-Reunion ist die Veröffentlichung ein absolutes Must-Have für jeden Spandau Ballet-Fan. Aber auch, wer das Nice-Guy-Image und die meist eher kantenlose Musik der fünf \“Jungs\“ bislang belächelt hat, darf sich von der Professionalität und der Spielfreude der Band durchaus mitreißen lassen – dieses Konzert macht einfach Spaß…
Katjas Filmwertung
Eine Band versöhnt sich mit ihrer Vergangenheit: mit viel Herzblut erarbeiteter Nostalgie-Trip in die 80er.
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