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Bis dann, mein Sohn

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Bis dann, mein Sohn

Di Jiu Tian Chang

China 2019

FSK: ab 6 Jahren

Länge: ca. 178 Min.

Vertrieb: Piffl Medien

Filmzine-Review vom 17.07.2020

China, Anfang der 1980er Jahre. Die Ehepaare Yaojun & Liyun und Yingming & Haiyan arbeiten in derselben Metallfabrik und sind nicht nur Nachbarn im Fabrikwohnheim, sondern auch langjährige Freunde. Ihre Söhne Xingxing und Haohao wurden am selben Tag geboren und sind ebenfalls unzertrennlich. Nachdem Xingxing in einem Stausee ertrinkt und Liyun im Rahmen wirtschaftlicher Umstrukturierungen ihre Arbeit verliert, zieht das Paar in den Süden Chinas, um einen Neuanfang zu wagen. Sie adoptieren einen Waisenjungen, den sie ebenfalls Xingxing nennen, doch er kann die Lücke nicht füllen, die ihr Sohn hinterlassen hat. Zu den Freunden in der Heimat verlieren sie den Kontakt. Erst 2011, als Haiyan im Sterben liegt, kehren sie zurück in eine Stadt, die nicht mehr wiederzuerkennen ist…

Bis dann, mein Sohn umspannt die chinesische Wirtschaftsgeschichte und den gesellschaftlichen Wandel der letzten rund 30 Jahre und macht die großen politischen Geschehnisse anhand des Schicksals zweier Familien im Kleinen greifbar. Ein Schleier der Melancholie liegt über dem Drama von Wang Xiaoshuai, der einschneidende politische Maßnahmen wie beispielsweise die 1979 eingeführte Ein-Kind-Politik geschickt in die Familiengeschichte einwebt, so dass der Zuschauer die jüngere chinesische Geschichte hautnah miterlebt – und das mit überraschend offener Kritik am Regime. Dabei fordert er sein Publikum mit zahlreichen Zeitsprüngen, die bewusst einige Fragen offen lassen und erst im Verlauf der niemals zu lang wirkenden 3 Stunden ein rundes Bild ergeben. Erfreulicherweise wurden die beiden Hauptdarsteller Jingchun Wang und Mei Yong bei der Berlinale mit dem Silbernen Bären als beste Schauspieler ausgezeichnet. Ihr eindringliches Spiel nimmt einen gefangen und lässt einen bis zum schmerzlichen Ende nicht los.

Extras gibt es keine,  doch ein 10-seitiges Booklet setzt die Geschehnisse zu besseren Übersicht chronologisch in Kontext.

 

Blu-ray Extras:

    • 10-seitiges Booklet

 

Ninas Filmwertung

Verschachtelt erzähltes, zutiefst bewegendes Familiendrama, eingewebt in die Geschichte einer Nation im Umbruch.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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