Candyman

© Universal Pictures Germany GmbH

Candyman

USA 2021

FSK: ab 16 Jahren

Länge: ca. 91 Min.

Vertrieb: Universal Pictures Home Entertainment

Filmzine-Review vom 05.01.2022

In Chicago wohnen der junge Künstler Anthony McCoy (Yahya Abdul-Mateen II) und seine Partnerin Brianna Cartwright (Teyonah Parris), eine Kuratorin und Galeristin, auf dem Gelände des alten Cabrini-Green-Viertels, das mittlerweile gentrifiziert ist. Nachdem Briannas Bruder Troy (Nathan Stewart-Jarrett) den beiden von der Candyman-Legende erzählt, zeigt sich Anthony schwer beeindruckt und nutzt den urbanen Mythos als Inspiration für seine Kunst. Sein neuestes Werk „Say My Name“, ein Gemälde hinter einem Spiegel, findet großen Anklang, doch trotz des Erfolges scheint Anthony zunehmend den Verstand zu verlieren. Es dauert nicht lange, bis die ersten mysteriösen Morde passieren…

Candyman, Candyman, Candyman, Candyman… viermal reicht an dieser Stelle, denn jeder Horrorfan weiß, dass eine fünfte Erwähnung vor dem Spiegel den gruseligen Killer mit der Hakenhand heraufbeschwören könnte. Erstmalig sorgte der von Tony Todd verkörperte Unhold (basierend auf der Kurzgeschichte „The Forbidden“ von Clive Barker) 1992 in der Verfilmung von Bernard Rose für Angstschweiß – ein äußerst intensiver, zwischen Traum und Wirklichkeit angelegter Horrorschocker. Rose verlegte den Schauplatz der Vorlage von Liverpool in die Cabrini-Green-Slums von Chicago und änderte die Ethnizität des Dämons von weiß zu schwarz. Es folgten einige schwache Sequels und nun, knapp 30 Jahre später, ein hochwertiges, teuer produziertes Remake unter der Regie von Nia DaCosta und nach einem Drehbuch des derzeit schwer angesagten Genre-Erneuerers Jordan Peele. Wie in dessen Hit Get Out gibt es auch hier einen gesellschaftspolitischen Unterbau: In der Ära von Black Lives Matter wird der Candyman-Mythos geschickt als Ausdruck der Wut gegen Rassismus und Diskriminierung interpretiert. Insgesamt ist das Update ein wenig zu glatt und edel durchkomponiert, und doch gibt es immer wieder raffinierte und brillante Momente, beispielsweise in der Todesszene der hochnäsigen Kritikerin, in der sich die Kamera immer weiter vom Tatort in die Ferne zurückzieht und man ganz genau hinschauen muss. Für die hochtalentierte Filmemacherin Nia DaCosta hat sich die Arbeit schon bezahlt gemacht: Sie wird demnächst beim zweiten Teil von Captain Marvel die Regie übernehmen.

 

Blu-ray Extras:

    • Alternatives Ende (3 min)
    • 3 unveröffentlichte und erweiterte Szenen (6 min)
    • Sag meinen Namen (7 min)
    • Body Horror (6 min)
    • Aus Sicht der Regisseurin: Nia DaCosta (5 min)
    • Kunst in Candyman (7 min)
    • Robert Aiki Aubrey Lowes Filmmusik (5 min)
    • Schattenspiele (4 min)
    • Candyman: Die Bedeutung des schwarzen Horrors (20 min)
    • Wendecover

 

Marcs Filmwertung

Bildgewaltige, atmosphärische Candyman-Neuauflage, die nicht ganz das Niveau des Originals erreicht.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
Beste Serie aller Zeiten: The Wire

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