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Dressed To Kill

© FilmConfect Home Entertainment GmbH

Dressed To Kill

USA 1980

FSK: ab 16 Jahren

Länge: ca. 105 Min.

Vertrieb: FilmConfect Home Entertainment

Filmzine-Review vom 05.10.2018

Die sexuell frustrierte Upper-East-Side Hausfrau Kate Miller (Angie Dickinson) sucht nach einer Sitzung mit ihrem Psychiater Dr. Elliot (Michael Caine) Ablenkung in einem Museum und lässt sich auf eine schnelle Nummer mit einem Fremden ein. Nachdem sie Stunden später sein Apartment verlässt, wird sie im Aufzug von einer blonden Frau mit einem Rasiermesser ermordet. Das Call-Girl Liz Blake (Nancy Allen) hat zufälligerweise einen kurzen Blick auf den Täter werfen können, doch bei der Polizei glaubt ihr niemand. Als sie merkt, dass sie nun von der Blondine verfolgt wird, startet sie mit dem Sohn (Keith Gordon) des Opfers eigene Nachforschungen…

Im Gegensatz zu den meisten „Movie Brats“, also jenen Filmemachern, die anfangs der 1970er Jahre zu den Begründern des New Hollywood wurden (z.B. Francis Ford Coppola, George Lucas, Martin Scorsese, Steven Spielberg) hat Brian De Palma nie eine Filmschule besucht. Auch hatte De Palma einen deutlich schlechteren Ruf, in erster Linie weil man ihm seine Verehrung für Hitchcock und das endlose Zitieren übel nahm. De Palma störte dies wenig: Nach seinem ersten kommerziellen Hit (Carrie) greift er in Dressed To Kill wieder ganz tief in die Hitchcocksche Trickkiste und bedient sich u.a. bei Psycho und Vertigo. So startet Dressed to Kill mit einer berüchtigten Variante der Dusch-Szene, in der sich Angie Dickinson (die von einem Penthouse-Model gedoubled wurde) ihren erotischen (Alp)-Träumen hingibt. Wie bei fast all seinen Thrillern verwendet De Palma auch bei Dressed To Kill eine erstaunliche Bandbreite der Bildmanipulation, von ausgefeilten Tracking Shots (in der dialoglosen Museum-Sequenz), über Split-Screen bis zur nervenzerfetzenden Mordszene im Aufzug mit einer geradezu berauschenden Montagetechnik. Der packende Psycho-Thriller geriet seinerzeit gehörig in die Kritik und musste sich den Vorwurf der Frauenfeindlichkeit gefallen lassen. In der umfassenden Filmographie des Regisseurs ist das Werk jedoch längst als Bestandteil der ewigen Top Five, wenn nicht sogar Top 3, etabliert. Die Besetzung glänzt mit Angie Dickinson in ihrer besten Rolle, Michael Caine als Psycho-Psychiater, der damaligen De Palma-Ehefrau Nancy Allen als Nutte mit Herz aus Gold und Keith Gordon, der heute bei fast allen Top-Serien als Regisseur selbst hinter der Kamera steht.

Nach dem limitierten Mediabook erscheint der Titel nun ein Jahr später zum fairen Preis „baugleich“, aber ohne Kinoplakat als Digipack. Die Bildqualität des fast vierzig Jahre alten Films ist gut, zeigt aber einige leichte Unschärfen. Bei den Extras sind vier Beiträge an Bord, u.a. ein interessanter Versionsvergleich zwischen R-Rated, Unrated und TV-Version. Am besten ist das Making of mit Interviews von Brian de Palma, Angie Dickinson und Keith Gordon sowie dem Produzenten George Litto. Noch mehr Hintergrundinformation zu diesem Klassiker bieten die US (Criterion) und UK-Editionen (Arrow Video).

 

Blu-ray Extras:

    • Dressed to Kill – Eine Wertschätzung von Keith Gordon (8 min)
    • Dressed to Kill – Making Of (43 min)
    • Verstümmelung von Dressed to Kill (10 min)
    • Versionenvergleich – geschnitten vs. ungeschnitten vs. TV-Version (5 min)
    • Wendecover

 

Marcs Filmwertung

Brian De Palma auf dem Höhepunkt seines Schaffens: Raffinierter Psycho-Thriller mit Kultklassiker-Status.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
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