Hitchcock

© 20th Century Fox Home Entertainment

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Hitchcock

USA 2012

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 98 Min.

Studio: Fox Searchlight

Vertrieb: 20th Century Fox Home Entertainment

Filmzine-Review vom 12.07.2013

Hollywood 1959: Alfred Hitchcock feiert mit „Der unsichtbare Dritte“ einen Riesenerfolg. Doch es werden auch Stimmen über sein fortschreitendes Alter laut – für den korpulenten Briten umso mehr Ansporn, mit seinem nächsten Film noch einen draufzusetzen. Er ist wie besessen von Robert Blochs Roman „Psycho“, der auf den Taten des Mörders und Leichenschänders Ed Gein beruht. Seine wilde Entschlossenheit, diese makabre Thematik in einem Horrorfilm auf die Leinwand zu bringen, stößt nicht nur bei Ehefrau Alma auf Unverständnis, sondern auch bei den Produzenten seines Studios. Hitch beleiht Haus und Hof, um den Film auf eigene Kosten zu produzieren…

Ein Biopic über das Leben eines Mannes wie Alfred Hitchcock zu drehen, dürfte ein hoffnungsloses Unterfangen sein. Sacha Gervasi pickte sich die Jahre 1959/1960 heraus und thematisierte neben den Dreharbeiten zu „Psycho“ in erster Linie die Beziehung zwischen Hitch und seiner Ehefrau, Cutterin, Beraterin und Muse Alma. Geduldig erträgt sie seine Flirtereien mit den blutjungen Blondinen, die er für seine Hauptrollen auswählte, seine Sturköpfigkeit, seinen unermüdlichen Arbeitseifer. Wie sehr er auf die Meinung und Unterstützung seiner Frau angewiesen ist, wird immer wieder deutlich, und auch wie viel er persönlich und emotional in jeden seiner Filme investiert haben muss. Von einem Film mit dem Titel Hitchcock mag sich mancher vielleicht weniger Ehedrama und dafür mehr Filmhistorik gewünscht haben, doch Makings ofs gibt es wie Sand am Meer, der private Hitch hat durchaus auch seine Reize, wenngleich Sir Alfred gewiss kein besonders umgänglicher Mensch war. Anthony Hopkins klingt auf Anhieb nicht wie die perefkte Wahl für den gewichtigen Mann mit dem markanten Gesichtsprofil, doch mit Makeup und dunklen Kontaktlinsen und natürlich mit entsprechender Stimmlage und Akzent glaubt man bisweilen tatsächlich, den Master of Suspense vor sich zu sehen. Helen Mirren gibt den ausgleichenden Ruhepool ebenso überzeugend und lässt in ihren Augen viel Weisheit und Intelligenz durchblitzen.
Die Bonussektion ist mit vielen netten, kleineren Features gefüllt: in „In Erinnerung an Hitchcock“ kommen Wegbegleiter des Ausnahmeregisseurs zu Wort, „Alfred und Alma“ widmet sich der besonderen Beziehung der Eheleute, und natürlich dürfen Beiträge zur Verwandlung Anthony Hopkins und zur wunderbar schwelgerischen Filmmusik von Danny Elfman nicht fehlen. In dunklen Szenen weist die Blu-ray einige Schwächen auf und zeigt teils heftige Nachzieheffekte. Die Farbpalette der frühen 60er wird jedoch angenehm transportiert.

 

Ninas Filmwertung

Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau – sehenswertes Biopic über eine Hollywood-Ehe der besonderen Art.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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Cast & Crew

Diese DVD/Blu-ray wurde uns vom Vertrieb 20th Century Fox Home Entertainment kostenlos zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt. Unsere Bewertung ist davon jedoch nicht beeinflusst und gibt die unabhängige, persönliche Meinung des jeweiligen Rezensenten wieder.
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