Piggy

© Neue Pierrot Le Fou

Piggy

Cerdita

Spanien 2022

FSK: ab 16 Jahren

Länge: ca. 100 Min.

Vertrieb: Neue Pierrot Le Fou

Filmzine-Review vom 10.12.2022

Sommerferien in einem spanischen Dorf in der Provinz. Die übergewichtige Sara (Laura Galán) hilft in der Metzgerei ihrer Eltern aus. Dabei ist sie permanent dem Hass und Mobbing ihrer Mitschülerinnen ausgesetzt, die sie nur Piggy nennen und fiese Fotos von ihr in den sozialen Medien verbreiten. Von ihrer Familie hat Sara keinen moralischen Beistand oder Unterstützung zu erwarten. Doch dann bringen einige brutale Mordfälle Unruhe in das Dorfleben und die sengende Sommerträgheit – und Sara ist auf einmal mittendrin…

Die spanische Regisseurin Carlota Perda legt mit Piggy die Langfassung ihres gleichnamigen 13-minütigen Kurzfilms vor, in der sie die Geschichte weiterspinnt und um einige Nebenfiguren erweitert. Dabei unterwandert sie gekonnt die Erwartungen der Zuschauer, denn ein konventioneller Rachefilm, wie man ihn beim Blick auf Cover und Inhaltsangabe erwartet, ist Piggy keinesfalls. Im Grunde sind die Beleidigungen und Mobbing-Attacken der Mitschülerinnen das größte Horror-Element des Films, auch wenn es gegen Ende ganz schön blutig wird. Großes Lob gebürt Hauptdarstellerin Laura Galán, die in ihrem Leben vermutlich selbst einiges an Body-Shaming ertragen musste. Sie zeigt sich komplett verletzlich im Bikini samt Narbe am Bauch – ihre Klassenkameradinnen drücken Sara im Schwimmbad mit einem Kescher unter Wasser, die Dorf-Jungs jagen sie mit dem Auto halbnackt einen Feldweg entlang. Sie ist kein Mädchen vieler Worte. Jahrelange verbale und körperliche Übergriffe haben dazu geführt, dass sie sich vollkommen in ihr Schneckenhaus zurückgezogen hat. Nicht einmal in ihrer eigenen Familie erfährt sie Rückhalt. Doch Laura Galán braucht keine Worte – ihre Augen, ihr Gesichtsausdruck, ihre ganze Körpersprache drückt alles aus, was sie nicht ausspricht. Nicht alle Plotstränge gehen ganz reibungslos auf und das Erzähltempo ist mitunter etwas holprig, doch Freunde kleiner Horrorproduktionen kommen locker auf ihre Kosten.

 

Blu-ray Extras:

    • Interview mit Regisseurin Carlota Pereda auf dem Fantasy Filmfest (24 min)
    • Kurzfilm „Piggy“ (2018) (15 min)
    • Dt. Kinotrailer zum Film
    • Trailer zu 5 weiteren Titeln
    • Wendecover

 

Ninas Filmwertung

Spanischer Independent-Horrorstreifen mit einer bemerkenswert ausdrucksstarken Hauptdarstellerin.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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