Spiel Mir Das Lied Vom Tod

© Paramount Home Entertainment

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Spiel Mir Das Lied Vom Tod

Once Upon A Time In The West/C’era Una Volta Il West

USA | Italien 1968

FSK: ab 16 Jahren

Länge: ca. 165 Min.

Studio: Paramount Pictures

Vertrieb: Paramount Home Entertainment

Filmzine-Review vom 14.07.2011

Für gewöhnlich sollte man beim Gebrauch von Superlativen vorsichtig sein, im Fall von Sergio Leones Spiel Mir Das Lied Vom Tod kann man getrost eine Ausnahme machen: Der Film ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Western der Filmgeschichte. Und das, obwohl das Meisterwerk zu einer Zeit entstand, in der der klassische Western eigentlich schon mausetot schien. Ende der 60er befand sich Hollywoods Studiosystem im Umbruch, für altmodische Cowboy und Indianer-Filme gab’s kein Publikum mehr und die alten Haudegen rund um John Wayne, James Stewart etc. waren längst in die Jahre gekommen. Auftritt Sergio Leone: Der italienische Filmemacher kreierte Mitte der 60er mit der berühmten Dollar-Trilogie (mit Clint Eastwood) eine völlig neue Spielart des Genres: den Italo-Western. Diese Filme mit ihren wortkargen, unmoralischen Helden waren besonders in Europa immens erfolgreich. Leones guter Ruf hat sich dann aber bis nach Hollywood herumgesprochen. Für Spiel Mir Das Lied Vom Tod gelang ihm ein richtiger Besetzungscoup: Als Bösewicht engagierte er mit Henry Fonda den Inbegriff des anständigen Amerikaners. Das ist in etwa so, als würde man heute Tom Hanks in der Rolle eines Serienmörders casten. Gleich bei seinem ersten Auftritt erschießt Fonda ohne mit der Wimper zu zucken einen kleinen Jungen – für das amerikanische Publikum ein unvorstellbarer Schock.

Die Story in Spiel Mir Das Lied Vom Tod ist fast nebensächlich: Es geht um einen skrupellosen Eisenbahnunternehmer, der sich mit Hilfe des Killers Frank ein strategisch wichtiges Stück Land sichern will. Ihnen gegenüber stehen ein mysteriöser Fremder (Charles Bronson), der alternde Bandit Cheyenne (Jason Robards) und die schöne Jill (Claudia Cardinale). Berühmt geworden ist der Klassiker durch seine wunderschönen Breitwand-Bildkompositionen. Leone zitiert fast schon liebevoll die staubigen Monument Valley-Landschaftsaufnahmen, die Altmeister John Ford einst zu seinem Markenzeichen machte. Im Kontrast dazu stehen die extremen Close-Ups auf die Gesichter der Revolverhelden, die ähnlich zerfurcht sind wie die Monument Valley-Felsen. Eine Review zu Spiel Mir Das Lied Vom Tod wäre natürlich unvollständig, wenn man den prächtigen Soundtrack von Ennio Morricone außer Acht lassen würde. Der Komponist ordnete jeder der vier Hauptfiguren eindringliche Leitmotive zu, die längst ihren wohlverdienten Platz in der Geschichte der Filmmusik gefunden haben.

Die Blu-ray-Umsetzung des Klassikers lässt, auch wenn der ganz große Wow-Effekt ausbleibt, technisch gesehen kaum Grund zur Kritik zu. Der Bildtransfer ist durchweg sauber, nur bei der Tiefenschärfe müssen Abstriche gemacht werden. Vergleicht man das Bild allerdings mit John Fords Der schwarze Falke, zieht Spiel mir das Lied vom Tod deutlich den Kürzeren. Die Extras sind eins zu eins von der Special Collector’s Edition-DVD übernommen. Am besten ist nach wie vor der (zusammengeschnittene) Audiokommentar mit diversen Verehrern wie z.B. den Regisseuren John Carpenter, John Millius und Alex Cox.

 

Marcs Filmwertung

Solide BD-Umsetzung des Western-Klassikers, leider ohne neue Extras.rn der Filmgeschichte.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
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