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Der Mann, der Liberty Valance erschoss

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Der Mann, der Liberty Valance erschoss (4K UHD & Blu-ray)

The Man Who Shot Liberty Valance

USA 1962

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 123 Min.

Vertrieb: Paramount Home Entertainment

Filmzine-Review vom 21.06.2022

Der frisch gebackene Anwalt Ransome Stoddard (James Stewart) bricht mit reichlich Idealismus und Ambitionen in den (wilden) Westen auf. Im Gepäck hat er keinen Revolver, sondern seine Gesetzbücher. Kurz vor dem Frontier-Stätdchen Shinbone macht er Bekanntschaft mit dem Bandenführer Liberty Valance (Lee Marvin), der die Umgebung terrorisiert und die Interessen der örtlichen Viehbarone vertritt. Den Neuankömmling verprügelt Valance kurzerhand, doch so leicht lässt sich der Jurist nicht unterkriegen. In Shinbone tritt er für das Ende der Gewalt ein und lernt den Rancher Tom Doniphon (John Wayne) kennen. Doniphon scheint der Einzige zu sein, der Valance die Stirn bieten kann…

Der wohl berühmteste Western-Regisseur aus der Goldenen Zeit Hollywoods ist John Ford. Ford, der während seiner Karriere gleich viermal den Oscar für die beste Regie erhielt, drehte ab den 1940er Jahren einen Genre-Klassiker nach dem anderen (Höllenfahrt nach Santa Fé, Faustrecht der Prärie, Der schwarze Falke), viele davon mit seinem Lieblingsschauspieler John Wayne. Der Mann, der Liberty Valance erschoss war 1962 Fords letztes großes Meisterwerk, ein Film der mittlerweile The Searchers / Der schwarze Falke als besten John Ford-Western abgelöst hat. In dem Spätwerk bricht der Regisseur mit dem romantischen Western-Mythos, den er regelmäßig vor dem Hintergrund der rauen Landschaft des Monument Valley jahrelang gepflegt, wenn nicht sogar erfunden hat, und übt Selbstkritik an seinem eigenen Vermächtnis. Melancholisch und schwermütig wird dieser Mythos in stimmungsvoll ausgeleuchteten Schwarz-Weiß-Bildern nicht verklärt, sondern hinterfragt. Die schauspielerischen Leistungen aller Beteiligten sind fantastisch, wenngleich sowohl Stewart als auch Wayne für ihre Rollen deutlich zu alt waren. Passend zum Grundton des Films endet John Waynes letzte Szene nicht mit einem heldenhaften Ritt in den Sonnenuntergang, sondern in einem Wutausbruch über den Verlust seiner großen Liebe (Vera Miles) an Jimmy Stewart. Am Schluss von Der Mann, der Liberty Valance erschoss weigert sich der Reporter in der Rahmenhandlung die von Stoddard (der mittlerweile Senator geworden ist) enthüllte Wahrheit zu publizieren und zwar mit einem Satz, der Filmgeschichte schrieb: „If the legend becomes fact, print the legend!“

Im 4K UHD-Format sieht der Western absolut spektakulär aus. Die Verbesserungen sind dank der 2160p-Auflösung bei der Schärfe verblüffend, und zwar besonders in den Nahaufnahmen, zum Beispiel bei den Gesichtszügen und der Kleidung. Geradezu perfekt für einen Film dieses Alters ist der intensive, jederzeit kräftige Schwarzwert. Insgesamt also eine Topveröffentlichung, allerdings mit einer kleinen Einschränkung, denn die Extras der US-Blu-ray (u.a. ein Audiokommentar mit Ford-Connaisseur Peter Bogdanovich) wurden leider nicht übernommen.

4K UHD & Blu-ray Extras:

    • keine Extras!

 

Marcs Filmwertung

Einer der letzten großen Hollywood-Western des legendären Regisseurs John Ford in bestechender 4K-Bildqualität.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
Beste Serie aller Zeiten: The Wire

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