A Ghost Story

© Universal Pictures Germany GmbH

A Ghost Story

USA 2017

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 92 Min.

Vertrieb: Universal Pictures Germany GmbH

Filmzine-Review vom 27.04.2018

Es hat mir schon lange nicht mehr so widerstrebt, eine Inhaltsangabe zu schreiben, also für A Ghost Story. Idealerweise weiß man so wenig wie möglich, bevor man sich auf dieses ungewöhnliche Filmexperiment einlässt. wer keine Spoiler lesen will  hört am besten jetzt und hier auf, denn jeder Satz, jedes Wort ist in diesem Fall eigentlich zu viel und gilt als Spoiler.

Ein junges Paar – C (Casey Affleck) und M (Rooney Mara) lebt in einem kleinen Haus im texanischen Nirgendwo. M will umziehen, aber C hängt an dem Haus. Als C bei einem Autounfall ums leben kommt, kehrt er als Geist zurück und beobachtet fortan Ms Leben durch die zwei Augenlöcher in seinem Bettlaken…

Dass A Ghost Story nicht jedermanns Sache sein mag, wäre eine schamlose Untertreibung. Er gehört zu der Art Filme, die in Bewertungsforen entweder einen oder fünf Sterne bekommen. Regisseur David Lowery trifft mehrere mutige Entscheidungen: ein Großteil des Films kommt ohne Dialoge aus, Casey Affleck verbringt 80% der Laufzeit unter einem Bettlaken, es gibt etliche Zeitsprünge und einige Szenen, die etwas Geduld erfordern (Stichwort Kuchen). Doch ab dem Moment, in dem C als stiller Geist zurückkehrt, ist man gebannt und neugierig – gleichzeitig muss man mit der sehr gedrückten Stimmung fertig werden. Selten wurde der Trauerbewältigung in einem Film so viel Raum gegeben. Unterstützt wird die Melancholie durch poetisch fotografierte Bilder, deren Komposition und stimmungsvolle Ausleuchtung an den Fotografen Gregory Crewdson denken lassen. Obwohl Cs Geist nicht kommunizieren kann und keine Mimik hat, versteht man jederzeit, was in ihm vorgeht. Er will trösten, doch kann es nicht, wähnt sich vergessen, als M Jahre später neu liiert ist, und fühlt sich vollends verraten, als sie schließlich wegzieht und er in den vier Wänden zurückbleibt, in denen er offenbar verwurzelt ist. Ab und an kommuniziert er (für uns mit Hilfe von Untertiteln) mit einem Geist im Nachbarhaus, der vergessen hat, auf wen er wartet. Das alles mutet sehr melancholisch und zum Teil tieftraurig an und mag sich nicht besonders für eine Guck-Empfehlung eignen. Fragt euch einfach, ob Filme für euch in erster Linie Unterhaltung, Zerstreuung, Ablenkung bedeuten – oder ob ihr das Medium Film als Kunstform schätzt und euch über ungewöhnliche Konzepte freut, dann wisst ihr, ob A Ghost Story etwas für euch sein könnte.

Blu-ray Extras:

    • Audiokommentar von Regisseur David Lowery, Chef-Kameramann Andrew Droz Palermo, Szenenbildnerin Jade Healy und Komponist Daniel Hart
    • Unveröffentlichte Szene
    • Eine Komponistengeschichte (5 min)
    • „A Ghost Story“ und das unvermeidbare Verstreichen der Zeit (20 min)
    • Wendecover

 

Ninas Filmwertung

An diesem stillen und ungewöhnlichen Film scheiden sich die Geister.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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