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Dann passiert das Leben

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Dann passiert das Leben

D 2025

FSK: ab 6 Jahren

Länge: ca. 120 Min.

Vertrieb: Majestic Home Entertainment

VÖ-Datum: 27.03.2026

Filmzine-Review vom 28.03.2026

Rita (Anke Engelke) und Hans (Ulrich Tukur) sind ein eingespieltes Team. Der Sohn ist längst aus dem Haus und in ihrem Bungalow in einer Kleinstadt läuft alles seinen gewohnten Gang mit festen Ritualen. Tag für Tag. Rita arbeitet bei einem Heimpflegedienst und Hans verabschiedet sich just von seinem Posten als Schuldirektor in die Pensionierung. Da Rita zu Hause den Takt vorgibt und ihretwegen auch möglichst alles bleiben sollte, wie es ist, bereitet ihr die neue Lebenssituation mit einem Mann im Ruhestand gewisse Bauchschmerzen. Alte Wunden reißen auf und die Leere, die sie schon lange in sich spürt, wird plötzlich greifbar. Bis dann ein Unfall alles verändert …

Dann passiert das Leben erzählt leise, aber eindringlich vom Alltag eines Paares, das sich irgendwo zwischen Gewohnheit und unausgesprochenen Sehnsüchten eingerichtet hat. Engelke und Tukur harmonieren dabei außerordentlich gut und tragen den Film mit einer spürbaren Vertrautheit. Die größte Stärke des Films von Neele Leana Vollmar sind die ungekünstelten Dialoge, die wie aus dem echten Leben gegriffen sind. Es sind Unterhaltungen über die Banalitäten des Alltags, nichts wirkt aufgesetzt oder überinszeniert. Dasselbe gilt auch für das zurückhaltende und ehrliche Spiel der Protagonisten: In vielen Situationen werden die meisten Zuschauer je nach Alter entweder sich selbst, die eigenen Eltern oder ihre Kinder wiedererkennen. Diese Bodenständigkeit macht den Film so nahbar und berührend. Lange bleibt die Geschichte ruhig und beobachtend, bevor ein erschütterndes Ereignis die Figuren aus ihrer gewohnten Bahn wirft. Der Vorfall teilt den Film praktisch in zwei Hälften und auch nach dem Einschnitt zeigt das Drama eindrucksvoll, wie Menschen mit plötzlichen Brüchen umgehen – verletzlich, widersprüchlich und überaus menschlich. Die allerletzte Wendung in den letzten Filmminuten hätte es dann allerdings nicht gebraucht. Sie kommt praktisch aus dem Nichts, trägt eigentlich nichts zur Geschichte bei und schmälert sogar fast die Wirkung des Films. Dennoch überwiegt der positive Gesamteindruck dieses berührenden Dramas.

 

DVD Extras:

    • Interview mit Anke Engelke (4 min)
    • Interview mit Ulrich Tukur (3 min)
    • Interview mit Anke Engelke & Ulrich Tukur (7 min)
    • Interview mit Neele Leana Vollmar (7 min)
    • Über den Film – mit Anke Engelke & Ulrich Tukur  (2 min)
    • Trailer zum Film
    • Wendecover

 

Ninas Filmwertung

Stilles, aber wirkungsvolles Drama, das durch seine Authentizität überzeugt und von Engelke und Tukur bemerkenswert getragen wird.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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Leserwertung

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Trailer *(Achtung: Spoiler)*

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