Der fremde Sohn

© Universal Home Entertainment

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Der fremde Sohn

Changeling

USA 2008

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 136 Min.

Studio: Imagine Entertainment | Universal Pictures

Vertrieb: Universal Home Entertainment

Filmzine-Review vom 01.09.2009

Los Angeles, 1928. Als die alleinerziehende Christine Collins (Angelina Jolie) von der Arbeit nach Hause kommt, ist ihr Sohn Walter verschwunden. Ein halbes Jahr später dann die gute Nachricht: die Polizei hat Walter gefunden. Unter großer Medienpräsenz sollen Mutter und Sohn wieder vereint werden, um den schlechten Ruf des LAPD aufzubessern. Doch Christine muss eine entsetztliche Feststellung machen: der Junge, den man ihr präsentiert, ist nicht ihr Sohn…

Unglaublich, aber wahr. Der Fall Collins ist einer der bekanntesten Polizeiskandale, bei dem sich das Los Angeles Police Department wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert hat. Lügen, Korruption und Intrigen des LAPD sind in den letzten Jahren bei Filmemachern ein beliebtes Sujet und wurden beispielsweise in Black Dahlia oder L.A. Confidential thematisiert. Clint Eastwood bereitet die unfassbare Geschichte in Der fremde Sohn mitreißend und aufwühlend auf, und lässt den Zuschauer dabei ebenso hilflos und ohnmächtig vor Wut, wie die sehr zurückhaltend agierende Angelina Jolie. Am liebsten möchte man den frauenfeindlichen Polizeichefs selbst an die Gurgel springen, die, statt ihren Fehler zuzugeben, Christine Collins sogar in die Psychiatrie einweisen lassen, als sie zu aufmüpfig wird. Natürlich ist Eastwoods Werk, das kommerziell weit hinter den Erwartungen zurückblieb und im Vergleich zu Gran Torino fast schon floppte, auch etwas fürs Auge: die gleichzeitig bescheidenen und glamourösen 20er Jahre lässt er in Kostümen und Kulissen mit wunderschönen Oldtimern und alten Straßenbahnen eindrucksvoll wieder aufleben.

In dem viertelstündigen, recht interessanten Making of erfährt man mehr über die Recherchen zur Hintergrund-Story sowie über Eastwoods Arbeitsweise – u.a. wird verraten, warum der Altmeister beim Dreh gern auf das Wort \“Action\“ verzichtet.

 

Ninas Filmwertung

Elegante Mischung aus Melodrama und Thriller mit Angelina Jolie als kämpferische Mutter.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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