Dogville

© Concorde Home Entertainment

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Dogville

Schweden | Niederlande | GB | Frankreich | Dänemark | D 2003

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 170 Min.

Studio: Zentropa Productions

Vertrieb: Concorde Home Entertainment

Filmzine-Review vom 28.07.2004

Auf der Flucht vor ihrem Gangstervater versteckt sich Grace (Nicole Kidman) in Dogville, einem kleinen, unscheinbaren Städtchen in den Rocky Mountains. Nach anfänglichem Misstrauen nehmen die Bewohner Grace in ihrer Mitte auf. Als eines Tages ihre wahre Identität offenbart wird, wendet sich das
Blatt…

Mit seinem neuen Film Dogville bricht Dogma-Initiator Lars von Trier (Breaking The Waves) einmal mehr mit gängigen Kino-Konventionen. Der Däne verlegt die gesamte Handlung in ein Filmstudio und verzichtet dabei fast auf sämtliche traditionelle Kulissen. Ersetzt werden diese durch ein paar spärliche, auf dem Boden gezeichnete Kreidestriche. In den aufgemalten Häusern sind nur die wesentlichen Requisiten vorhanden, die Türen etwa werden von den Darstellern pantomimisch geöffnet. Sinn und Zweck dieser radikalen, stark gewöhnungsbedürftigen Stilisierung liegt auf der Hand: Der Zuschauer soll nicht unnötig abgelenkt werden, gefordert ist die eigene Phantasie. Lässt man sich auf das filmische Experiment ein, wird man schnell von der faszinierenden Geschichte gepackt, die im übrigen maßgeblich von dem Lied der Seeräuber-Jenny aus Brechts „Dreigroschenoper“ inspiriert wurde. Wer aber mainstreamiges Unterhaltungskino erwartet, wird sich nach wenigen Minuten ratlos am Kopf kratzen und die knapp 3 Stunden kaum überstehen. Kein Wunder, dass Dogville geteiltes Echo hervorrief: Angestrengtes Kopfkino sagen die einen, intellektuelles Meisterwerk die anderen. Bedenkenlos erfeuen kann man sich an der hervorragenden Besetzung mit großen und aufstrebenden Stars von heute in den Hauptrollen (Nicole Kidman und Paul Bettany) und ehemaligen Leinwandgrößen in kleineren Parts (Bogart-Witwe Lauren Bacall). Dogville ist der erste Teil einer kritischen amerikanischen Lars-von-Trier-Trilogie, der zweite Teil, Manderlay wird sich mit dem Thema „Sklaverei“ auseinandersetzen, allerdings nicht wie zunächst geplant mit Nicole Kidman.

Leider hat die deutsche DVD längst nicht alle Bonusmaterialien der dänischen Doppel-Disc übernommen, so fehlt beispielsweise die Insider-Doku Dogville Confessions. Wirklich nennenswert ist nur der Audiokommentar mit dem dänischen Regissseur und seinem Kameramann. Die technische Qualität ist allenfalls durchschnittlich: während das Bild stellenweise zu deutlichen Unschärfen neigt, bleibt die 5.0-Tonspur weitestgehend ereignislos.

 

Marcs Filmwertung

Gewagtes, reizvolles filmisches Experiment vom dänischen Enfant Terrible Lars von Trier.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
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Cast & Crew

Diese DVD/Blu-ray wurde uns vom Vertrieb Concorde Home Entertainment kostenlos zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt. Unsere Bewertung ist davon jedoch nicht beeinflusst und gibt die unabhängige, persönliche Meinung des jeweiligen Rezensenten wieder.
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