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Eleanor & Colette

© Warner Bros. Pictures Germany

Eleanor & Colette

55 Steps

USA 2017

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 110 Min.

Vertrieb: Warner Bros. Pictures Germany

Filmzine-Review vom 23.11.2018

San Francisco in den 1980er Jahren. Eleanor Riese (Helena Bonham Carter) hat sich wegen ihrer Schizophrenie freiwillig in Behandlung begeben. Die hochintelligente Frau merkt, dass die zwangsverabreichten Medikamente starke Nebenwirkungen haben, doch man gestattet ihr und grundsätzlich allen psychisch Kranken keinerlei Mitspracherecht bei der Medikation. Sie engagiert die Anwältin Colette Hughes (Hilary Swank), die nicht nur ihre Entlassung erwirkt, sondern auch gleich einen Präzedenzfall schaffen will…

20 Jahre lang war Helena Bonham Carter in das Filmprojekt Eleanor & Colette involviert. Ursprünglich sollte sie die Anwältin spielen, dabei passt die Rolle der kauzigen, lauten Eleanor zweifelsohne viel besser zu ihr. Die psychisch kranke Frau mag mit ihren Ticks und Zwängen und ihrer unverblümten, verquasselten Art mitunter etwas anstrenged sein, doch in ihr schlummert eine herzensgute Seele: sie hat ein ausgeprägtes Helfersyndrom, ist mitfühlend und hochsensibel. Diese Qualitäten führen auch schließlich dazu, dass ihre Anwältin einen persönlichen Draht zu ihr entwickelt und die beiden sich anfreunden. Ihr gemeinsames Projekt – das wichtige Verfahren, in dem Hughes schließlich den Kampf gegen Ärzteverbände und die Pharmaindustrie gewinnt und das Selbstbestimmungsrecht für psychisch Kranke erwirkt, schweißt die beiden Frauen zusammen. Die Story spielt zwar in San Francisco, gedreht wurde aber überwiegend in Köln. Die Universität zu Köln wird zur Golden Gate University, das Oberlandesgericht wird zum Supreme Court und die Abtei Brauweiler wird ein Kloster in der Bay Area. Die etwas altbackene Inszenierung setzt möglicherweise die falschen Schwerpunkte und gestaltet dieses immens wichtige Verfahren nicht so spannend wie es hätte sein können.

 

DVD Extras:

    • Interviews mit Hilary Swank, Helena Bonham Carter und Bille August (23 min)
    • Hinter den Kulissen (7 min)
    • Dt. Teaser und Trailer zum Film
    • Wendecover

 

Ninas Filmwertung

Liebenswert und aufrichtig aber auch sehr konventionell inszenierter Kampf zweier völlig gegensätzlicher Frauen für mehr Selbstbestimmung und Menschlichkeit.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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