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Jarhead

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Jarhead – Willkommen im Dreck (Limited Steelbook – 4K UHD & Blu-ray)

USA 2005

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 118 Min.

Studio: Universal Pictures

Vertrieb: Universal Pictures Home Entertainment (PLAION PICTURES)

VÖ: 29.01.2026

Filmzine-Review vom 16.01.2026

Als 18-Jähriger meldet sich Anthony Swofford (Jake Gyllenhaal) 1988 bei den Marines. Nach seiner Ausbildung zum Scharfschützen wird er 1990 in den Irak-Krieg einberufen. Vor Ort erlebt Swofford die „Operation Desert Shield“ vor allem als monatelanges Warten in der tristen saudischen Wüste…

Jarhead, basierend auf den Memoiren des Marines Tony Swofford, war Anfang der 2000er- Jahre nach Three Kings und Mut zur Wahrheit erst der dritte Hollywood-Beitrag, der den ersten Golfkrieg thematisiert hat. Genauso wie Kubricks Full Metal Jacket beginnt der Film mit einer brutalen Drill-Sequenz inklusive der üblichen schreienden Ausbilder und menschenunwürdigen Schikanen. Nach einer knappen halben Stunde verlegt Regisseur Sam Mendes die Handlung dann in die Wüste. Hier zeigt er in surreal anmutenden Episoden den täglichen Frust der hochspezialisierten Kampfmaschinen: Denn statt ersehnter „Action“ gibt es für die Marines wenig zu tun. Die endlose Warterei schildert Mendes als permanenten Kampf gegen Sand, Langeweile und sinnlose Befehle wie z. B. ein Footballspiel für eine TV-Crew unter sengender Hitze im Schutzanzug. In einer besonders wirkungsvollen Szene stimmen sich die Soldaten bei Videoabenden mit Apocalypse Now und Deer Hunter auf Kampfhandlungen ein. Doch selbst bei den wenigen Patrouillengängen durch die Wüste gibt es keinerlei Feindkontakt, und als Scharfschütze Swofford und ein Kamerad endlich eine Mission erhalten, müssen sie der Luftwaffe den Vortritt lassen und zerbrechen fast daran. Filmtechnisch ist Jarhead dank der Mitarbeit von Könnern wie dem Coen-Kameramann Roger Deakins und Cutter-Legende Walter Murch eine einzige Augenweide, was dem Film jedoch fehlt, ob beabsichtigt oder nicht, ist der emotionale Punch. Gerade im direkten Vergleich zu den direkt zitierten Giganten des Antikriegs-Genres mangelt es für den ganz großen Klassiker-Wurf letztendlich an Dramatik.

Die 4K UHD-Premiere zeigt Jarhead in hochwertiger, deutlich verbesserter Bildqualität, welche mit konstant guter Schärfe und einem hervorragenden Schwarzwert punkten kann. Die Detailgenauigkeit ist recht hoch, sodass Gesichtszüge, Falten, Bartstoppeln oder aber die Uniformen mit groben Nähten und sichtbaren Abnutzungsspuren sehr deutlich zu erkennen sind. Die überwiegend entsättigte Farbpalette passt hingegen gut zur flirrenden Wüstenhitze. Die Extras sind allesamt noch ein Überbleibsel vom dem DVD/Blu-ray-Release. Neues gibt es also nicht zu entdecken, doch die Auswahl ist zumindest umfangreich. Neben zwei halbstündigen Making Ofs gefällt besonders die Dokumentation „Semper Fi – Das Leben nach dem Korps“. Hier berichten ehemalige Marines von ihrer beschwerlichen Re-Integration in den Alltag nach dem Irak-Einsatz. „Swoffs Fantasien“  zeigt weiteres Filmmaterial (u. a. eine Szene, in der Swofford einen Offizier auf der Latrine in die Luft sprengt), das zu Recht aus dem Final Cut geflogen sind. Von den beiden Audiokommentaren empfiehlt sich der zweite mit Tony Swofford höchstpersönlich und Drehbuchautor/Vietnamveteran William Broyles Jr. – authentischer geht’s wirklich nicht.

 

4K UHD & Blu-ray Extras:

    • Audiokommentar mit Regisseur Sam Mendes
    • Audiokommentar mit Drehbuchautor William Broyles Jr., und Autor Anthony Swofford
    • Swoffs Fantasien (mit optionalen Kommentaren von Sam Mendes und Cutter Walter Murch, 6 min)
    • Ungekürzte Interviews (mit optionalen Kommentaren von Sam Mendes und Cutter Walter Murch, 17 min)
    • 11 Deleted Scenes (mit optionalen Kommentaren von Sam Mendes und Cutter Walter Murch, 19 min)
    • Jarhead-Tagebücher mit einer Einführung von Regisseur Sam Mendes (31 min)
    • „Background“ mit einer Einführung von Regisseur Sam Mendes (31 min)
    • „Semper Fi – Das Leben nach dem Korps“ mit einer Einführung von Regisseur Sam Mendes (36 min)
    • Booklet

 

Marcs Filmwertung

Eindrucksvoll inszenierter und glänzend gespielter Kriegsfilm über gelangweilte Elitesoldaten im Irak-Krieg – zum Meisterwerk mit Klassikerstatus fehlt aber das gewisse Etwas.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
Beste Serie aller Zeiten: The Wire

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