Jersey Boys

© Warner Home Video

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Jersey Boys

USA 2014

FSK: ab 6 Jahren

Länge: ca. 134 Min.

Studio: Malpaso

Vertrieb: Warner Home Video

Filmzine-Review vom 28.12.2014

Frankie Castelluccio (John Lloyd Young) wächst im New Jersey der 1960er auf. Sein Kumpel Tommy DeVito (Vincent Piazza) hat nur krumme Geschäfte im Kopf, doch sorgt er mit seiner Band Variety Trio auch dafür, dass Frankie hin und wieder auf der Bühne stehen darf. Sein einzigartiger Falsett-Gesang lässt ihn schnell zum Kopf der Band werden und als The Four Seasons gelingt ihnen nach jahrelanger harter Arbeit endlich der Sprung in die Charts. Doch der Erfolg hat auch seine Schattenseiten und so fährt der egoistische Tommy den Band-Karren irgendwann hochverschuldet gegen die Wand…

Die Four Seasons waren in den 60ern quasi die Beach Boys der Ostküste. Die Geschichte des Aufstiegs von bescheidenen Gigs auf der Kegelbahn bis zu gefeierten Auftritten in Fernsehshows verläuft inklusive des anschließenden Absturzes in recht klassischen Bahnen. Optimaler Stoff für ein Unterhaltungs- und Wohlfühl-Musical also – seit 2005 läuft die Produktion am New Yorker Broadway. Umso überraschender ist es, dass sich jemand wie Clint Eastwood dieser Story angenommen hat, um sie auf die Leinwand zu bringen. In seiner Adaption hält er sich an die Vorgaben der Bühnenshow, überlässt die Hauptrolle dem Musical-Darsteller John Lloyd Young und übernimmt auch das Konzept der wechselnden Erzähler: nacheinander wird je ein Akt aus der Perspektive eines Bandmitglieds erzählt, wobei derjenige direkt in die Kamera blickend den Zuschauer anspricht. Über dieses Stilmittel lässt sich in den meisten Fällen streiten, hier kann man es als Brückenschlag zum Bühnen-Musical verstehen und als solches funktioniert es ebenso gut wie das Finale, bei dem alle Schauspieler sich auf der Straße zu einer Abschlussnummer versammeln. So kommt auch Christopher Walken tanztechnisch noch auf seine Kosten, der in der Rolle des Mafia-Paten Gyp DeCarlo ansonsten etwas unterbeschäftigt ist. Angenehmerweise finden die Songs wirklich nur auf der Bühne statt – niemand fängt während eines Gesprächs oder Spaziergangs unerwartet an zu singen oder zu tanzen. So lässt sich auch der Hype um die vier Jungs am besten illustrieren, wenn das überwiegend weibliche Publikum bei Hits wie „Big Girls Don’t Cry“, „December 1963 (Oh What A Night)“ oder „Can’t Take My Eyes Off You“ ausflippt. Man könnte bemängeln, dass dem Ganzen gerade für Eastwood-Verhältnisse etwas Biss fehlt – auf der anderen Seite sollte man einer wahren Geschichte aber auch keine künstliche Dramatik andichten.

Dem Weg von der Showbühne auf die Kinoleinwand ist ein 23-minütiges Feature gewidmet, bei dem neben Altmeister Eastwood auch die Musical-Produzenten zu Wort kommen. Die Finalszene wird ebenfalls mit einem kurzen Beitrag gewürdigt.

 

Ninas Filmwertung

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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Diese DVD/Blu-ray wurde uns vom Vertrieb Warner Home Video kostenlos zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt. Unsere Bewertung ist davon jedoch nicht beeinflusst und gibt die unabhängige, persönliche Meinung des jeweiligen Rezensenten wieder.
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