John Carter – Zwischen zwei Welten

© Walt Disney Studios Home Entertainment

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John Carter – Zwischen zwei Welten

John Carter

USA 2012

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 132 Min.

Studio: Disney Studios

Vertrieb: Walt Disney Studios Home Entertainment

Filmzine-Review vom 26.07.2012

USA 1868: Bürgerkriegs-Veteran John Carter (Taylor Kitsch) findet in einer verlassenen Höhle ein goldenes Amulett und wird im nächsten Moment auf den Mars (der hier Barsoom heißt) transportiert. Dort gerät Carter in die Gefangenschaft der grünhäutigen Tharks. Dies ist aber erst der Anfang seines Mars-Abenteuers rund um verfeindete Alien-Völker, eine edle Prinzessin (Lynn Collins) und durchtriebene Magier (Mark Strong)…

Für die Disney-Studios wurde diese sündhaft teure Fantasy-Verfilmung – man spricht von 250 Millionen Dollar Produktionskosten – eines alten Schinkens von Tarzan-Schreiber Edgar Rice Burroughs zum finanziellen Desaster. Schon vorab gab’s negative Presse, u.a. weil der ursprüngliche Titel John Carter from Mars in John Carter geändert wurde, um so auch die Nicht-Science-Fiction-Gucker ins Kino zu locken. Für die Hauptrolle wurde mit Taylor Kitsch (der Bad Boy aus der Football-Serie Friday Night Lights) zudem ein Schauspieler verpflichtet, der auf dem globalen Markt bisher kaum in Erscheinung getreten ist. Die ersten Testvorführungen und Kritiken waren verheerend, doch ist John Carter wirklich so schlecht, wie man befürchten muss? Die Antwort ist ein klares Jein. Das Hauptproblem ist das Fehlen einer eigenen Identität: Der durchaus unterhaltsame Film wirkt über weite Strecken wie ein Sammelsurium bekannter Sci-Fi-Versatzstücke: ein wenig Avatar, Elemente aus Stargate und Dune und natürlich jede Menge Star Wars. Dass sich die genannten Titel ihrerseits gerne ausführlich bei den Werken Edgar Rice Burroughs bedienten, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Pixar-Wunderkind Andrew Stanton (Wall-E) darf hier erstmals bei einem Realfilm Regie führen, lässt aber die Leichtigkeit und ausufernde Fantasie seiner Animationsmeisterwerke vermissen. Die Action-Sequenzen sind visuell hochwertig, wirken aber oft gehetzt und sind bei aller technischer Finesse recht arm an erinnerungswürdigen Höhepunkten. Zwischen Taylor Kitsch (mehr Brummbär als Charmebolzen) und der kämpferischen Prinzessin Lynn Collins wünscht man sich ein bisschen mehr Chemie à la Han Solo / Leia und auch der Rest der namhaften Besetzung geht im Effektgewitter ein wenig unter bzw. versteckt sich hinter den digitalen Masken, wie z.B. Willem Dafoe als Tars Tarkas.

An der aktuellen Referenzklasse schrammt die Disney Blu-ray nur knapp vorbei. Schärfe, Kontrast und Schwarzwert sind erstklassig, lediglich die Farben hätten noch kräftiger ausfallen dürfen. Die Extras bieten neben dem recht enthusiastischen Audiokommentar mit Regisseur Stanton (flankiert von zwei Produzenten) eine aufschlussreiche Mischung aus Making of und Produktionstagebuch. Hier begleitet der Zuschauer u.a. Lynn Collins beim stundenlangen Auftragen des Makeups und zeigt die Schauspieler in Aktion bei Greenscreen-Aufnahmen.

 

Marcs Filmwertung

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
Beste Serie aller Zeiten: The Wire

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Diese DVD/Blu-ray wurde uns vom Vertrieb Walt Disney Studios Home Entertainment kostenlos zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt. Unsere Bewertung ist davon jedoch nicht beeinflusst und gibt die unabhängige, persönliche Meinung des jeweiligen Rezensenten wieder.
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