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Juniper

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Juniper

Neuseeland 2021

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 91 Min.

Vertrieb: LEONINE

Filmzine-Review vom 16.10.2022

Nach dem Tod seiner Mutter findet Sam (George Ferrier) bei seinem Vater (Marton Csokas) nicht den Rückhalt, den er braucht. Als der suizidgefährdete Teenager in den Ferien vom Internat nach Hause kommt, findet er dort seine Großmutter Ruth (Charlotte Rampling) vor, die er überhaupt nicht kennt. Eigentlich hat er gar keinen Bock auf die kratzbürstige Alte, aber als diese mal wieder die Pflegerin vergrault hat und sich auch noch sein Vater für eine Weile aus dem Staub macht, müssen sich die beiden wohl oder übel miteinander arrangieren …

In seinem Debütfilm Juniper erzählt Regisseur Matthew Saville die zunächst widerwillige Annäherung zweier schwieriger Charaktere. Sam, der in so jungen Jahren schon genug vom Leben hat, und Ruth, die eigentlich noch mehr vom Leben will, aber sich aufgrund körperlicher Gebrechen mit dem nahenden Tod auseinandersetzen muss. Nach anfänglichem Kräftemessen und einigen Rangeleien kommen die beiden Sturköpfe dann doch noch ins Gespräch. Ruth ist keine gewöhnliche Großmutter: Sie trinkt literweise Gin, flucht wie ein Kesselflicker und lässt sich auch den bei einer Party kreisenden Joint reichen. In ihrem Beruf als Kriegsfotografin hat die eigensinnige und selbstbewusste Frau einiges gesehen und erlebt, das sie ein Leben lang geprägt hat. Da ist es nur konsequent, dass sie nicht würdelos in einem Hospiz vor sich hin vegetieren will. Zwischen Enkel und Großmutter entsteht schließlich ein inniges Vertrauensverhältnis und auch für Sam und seinen Vater gibt es eine zweite Chance. Juniper ist ein Drama der leisen Töne, die durch die Stille und Einsamkeit der neuseeländischen Landschaftsaufnahmen immer wieder unterstrichen werden. Das fein beobachtete Charakterstück besticht durch ein gewisses Understatement, subtile Dialoge und natürlich eine glänzende Charlotte Rampling, die hinter der rauen Fassade immer wieder eine verletzliche Seele hervorblitzen lässt.

 

DVD Extras:

    • Interview mit Matthew Saville (8 min)
    • Interview mit den Co-Komponisten Marlon Williams & Mark Perkins (8 min)
    • B-Roll-Clip 1 bis 4 (insg. 5 min)
    • Dt. Trailer zum Film
    • Trailer zu 4 weiteren Titeln
    • Wendecover

 

Ninas Filmwertung

Mit feinem Humor erzähltes leises Charakterdrama über eine ungewöhnliche Enkel-Großmutter-Beziehung.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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