Malcolm X

© BMG Video | UFA

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Malcolm X

USA 1992

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 201 Min.

Studio: 40 Acres & a Mule Filmworks

Vertrieb: BMG Video | UFA

Filmzine-Review vom 10.04.2001

Spike Lees monumentale filmische Biografie des berühmten schwarzen Bürgerrechtlers lässt sich in drei Teile aufsplitten: Die frühen Jahre als Gangster mit dem Namen Malcolm Little, die Bekehrung zum Nation of Islam-Glauben und schließlich die letzten Lebensjahre mit inzwischen gemäßigten Ansichten zur schwarz-weißen Rassenproblematik bis zu seiner schrecklichen Ermordung. Mit Denzel Washington fand Lee die perfekte Besetzung für die Rolle des Malcolm X. Vergleicht man ältere Originalarchiv-Aufnahmen mit dem Film, so fällt es schwer, einen erkennbaren Unterschied zwischen den beiden festzustellen. Erstaunlicherweise bleibt der Film aber insgesamt relativ gemäßigt und recht konventionell, dies ist umso überraschender als mit Spike Lee („Do The Right Thing“) einer der provokativsten und engagiertesten schwarzen Filmemacher auf dem Regiestuhl saß. Lee warf Hollywood bei der Finanzierung des Films wegen mangelnder Unterstützung verschleierten Rassismus vor und fand schließlich etliche schwarze Promis (Bill Cosby, Michael Jordan, Prince) die mit Millionenbeträgen aushalfen. Als lehrreiche und aufwühlende Geschichtsstunde funktioniert Malcolm X allemal, hätte Spike Lee aber etwas weniger nach den Oscars geschielt und sich mehr auf seine Regiekünste verlassen, wäre es vielleicht ein Meisterwerk geworden.
Malcolm X ist auf 2 DVDs erschienen, die erste enthält den Film, auf der zweiten Scheibe findet man die Extras. Doch hier sollte man sich nicht zu früh freuen, genau wie bei der Bonus-DVD von Braveheart sind die Extras recht sparsam ausgefallen und nutzen die Speicherkapazitäten des Mediums kaum aus. Besonders ärgerlich sind die ständigen Wiederholungen der gleichen Interviewausschnitte bei den diversen Kurzdokus. Leider fehlen auch jegliche Untertitel, die angesichts der sprachlich nicht gerade einfachen Originalversion sicher nicht geschadet hätten. Erstaunlicherweise ist die deutsche 5.1-Version soundtechnisch wesentlich dynamischer und lebendiger als die leise englische Originalversion. Am detailreichen Bild gibt’s hingegen nichts zu mäkeln.

 

Marcs Filmwertung

Bewegende, wenn auch teilweise überlange Geschichtsstunde mit einem überragenden Denzel Washington als Malcolm X.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
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