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Narziss und Goldmund

© Sony Pictures Home Entertainment

Narziss und Goldmund

Deutschland 2020

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 118 Min.

Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment

Filmzine-Review vom 11.10.2020

Der junge Goldmund (Jannis Niewöhner) wird von seinem reichen Vater zum Studium ins Kloster Mariabronn gebracht. Dort trifft er auf den hochbegabten Narziss (Sabin Tambrea), den Liebling der Gelehrten. Zwischen den beiden gegensätzlichen Charakteren entwickelt sich eine tiefe Freundschaft. Während sich Narziss vom Verstand geleitet für ein asketisches Leben im Kloster entscheidet, begibt sich Goldmund auf eine jahrelange Wanderschaft auf der Suche nach Erfüllung…

Mit Literaturverfilmungen ist das ja immer so eine Sache. Wenn der komplexe Inhalt trotz begrenzter Laufzeit angemessen verdichtet auf die Leinwand transportiert wird, werden die Zuschauer im besten Fall mit echten Sternstunden wie Die Blechtrommel, Der Name der Rose oder mit Abstrichen auch Das Parfüm belohnt. Filme, die man alle paar Jahre gerne wiedersieht. In diese Kategorie fällt Narziss und Goldmund definitiv nicht. Die Herman Hesse-Adaption des österreichischen Oscarpreisträgers Stefan Ruzowitzky (Die Fälscher), die sich nahe an die Vorlage hält, ist zwar ohne Frage dank des stimmungsvollen mittelalterlichen Settings hübsch anzusehen, kommt aber auch viel zu brav und bieder daher, um nachhaltig zu beeindrucken. Die Darstellung der gegensätzlichen Lebensentwürfe, auf der einen Seite der triebhafte Träumer Goldmund, auf der anderen der Kopfmensch Narziss, gelingt nur bedingt. Während die Abenteuer Goldmunds, der von einer flüchtigen Frauenbekanntschaft zur nächsten wechselt, zwischendurch in den Krieg zieht und dann mit den tödlichen Folgen der Pest konfrontiert wird, zu episodenhaft ausfallen, spielt der Aufstieg seines Freundes und Vorbilds Narziss innerhalb der kirchlichen Hierarchie keine große Rolle.

Technisch schneidet die Blu-Ray sehr gut ab: Das Bild ist gestochen scharf und beeindruckt mit satten Farben, während auf der Tonspur der sakrale Soundtrack dominiert. Das Bonusmaterial (Making of) hätte umfangreicher sein können.

Blu-ray Extras:

    • Making of (12 min)
    • Trailer zum Film

 

Marcs Filmwertung

Hübsch bebildert und schick ausgestattet, aber unterm Strich allzu brave Adaption des berühmten Hermann Hesse-Romans.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
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