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No Other Choice

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No Other Choice

Eo-jjeol su-ga eop-da

Südkorea 2025

FSK: ab 16 Jahren

Länge: ca. 139 Min.

Vertrieb: PLAION PICTURES

VÖ-Datum: 28.05.2026

Filmzine-Review vom 25.05.2026

Eben noch feierte Man-su (Lee Byung-hun) sein 25-jähriges Dienstjubiläum im Kreise seiner kleinen Familie und alles in seinem Leben schien perfekt: Traumhaus, Wintergarten für seine Bonsais, eine liebevolle Ehefrau (Son Ye-jin), zwei talentierte Kinder und zwei Golden Retriever. Doch dann kommt der Schocker: Seinen Manager-Job in seiner heißgeliebten Papierfabrik übernimmt ab sofort die KI. Der Familienvater kommt mit der neuen Situation schlecht zurecht und nach einer Reihe peinlicher Vorstellungsgespräche und Aushilfsjobs überlegt er sich eine neue Strategie: Mit einem cleveren Tricks macht er seine Mitbewerber für den nächsten großen Job ausfindig und beginnt, sie nacheinander umzubringen…

Nach zuletzt einigen minimal „schwächeren“ Werken (Die Frau im Nebel) findet der südkoreanische Kultregisseur Park Chan-wook (Oldboy) mit No Other Choice zurück zu seiner Meisterklasse. Für die rabenschwarze Satire adaptierte der Filmemacher den 1997 erschienenen Krimi „The Ax“ (dt. Titel „Der Freisteller“) des US-amerikanischen Schriftstellers Donald E. Westlake, der bereits 2005 vom griechisch-französischen Filmemacher Costa-Gavras (dem dieser Film gewidmet ist) verfilmt wurde. Die beißende Kapitalismuskritik erinnert ein wenig an Parasite, den überraschenden Oscargewinner von Bong Joon-Ho, der zweiten Lichtgestalt des aufregenden südkoreanischen Kinos der letzen Jahre. Wie Parasite wird auch No Other Choice trotz der düsteren Thematik durch eine kräftige Prise schwarzen Humor, bissigen Slapstick und einige absurd-komische Gewaltspitzen aufgelockert. Obwohl die Vorlage schon einige Jahre auf dem Buckel hat, finden Themen wie wirtschaftliche Unsicherheit und die männliche Midlife-Crisis, die der Protagonist durchläuft, nach wie vor großen Anklang. Zusätzlich verpasst Regisseur Park Chan-wook der Story ein zeitgemäßes Update für das 21. Jahrhundert, denn das Schreckgespenst der künstlichen Intelligenz wirft in der neuen Industrielandschaft lange Schatten und verleiht der Erzählung eine weitere Ebene der Ironie. Formal unterstreicht No Other Choice einmal mehr, warum der Filmemacher als einer der besten visuellen Geschichtenerzähler des modernen Kinos gilt. Die wüste Einbruchsszene, bei der man aufgrund der aufgedrehten Stereoanlage die Dialoge kaum versteht und die mit Man-sus panischer Flucht aus dem Haus endet, kann es fast mit der legendären Flur-Kampfszene aus Oldboy aufnehmen.

 

Blu-ray Extras:

    • Interview mit Park Chan-wook (7 min)
    • Interview mit Son Ye-jin und Lee Byung-hun (4 min)
    • Fotoshooting Poster (2 min)
    • Commentary Videos: Director’s Cut (2 min), Actor’s Cut (3 min), Master’s Cut (4 min)
    • Dt. Trailer zum Film
    • Trailer zu 3 weiteren Titeln

 

Marcs Filmwertung

Eine rabenschwarze, brillant gefilmte und gespielte Satire von Kultregisseur Park Chan-wook, der zu alter Form zurückgefunden hat.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
Beste Serie aller Zeiten: The Wire

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