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Parallele Mütter

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Parallele Mütter

Madres paralelas

Spanien 2021

FSK: ab 6 Jahren

Länge: ca. 123 Min.

Vertrieb: Studiocanal

Filmzine-Review vom 03.06.2022

Die 40-jährige Fotografin Janis (Penélope Cruz) und die junge Ana (Milena Smit) lernen sich auf der Entbindungsstation eines Madrider Krankenhauses kennen. Während sich Janis unbändig auf ihr ungeplant während einer Affäre entstandenes Kind freut, hatte Ana mit ihren 18 Jahren eigentlich ganz andere Pläne, in denen ein Baby zumindest jetzt noch nicht vorkam. Janis fühlt mit der jungen Frau und sie tauschen Telefonnummern aus, um in Kontakt zu bleiben. Als sich ihre Wege etwas später wieder kreuzen, stellt ein Zufall ihrer beider Leben komplett auf den Kopf…

Parallele Mütter ist bereits die achte Zusammenarbeit von Regisseur Pedro Almodóvar und seiner Muse Penélope Cruz. Dabei sind die beiden titelgebenden Mütter keinesfalls das einzige Thema des Films. Nebenbei findet nämlich noch eine Aufarbeitung der spanischen Geschichte statt, die das Land immer noch nicht verdaut hat. Während des Bürgerkriegs wurden rund 100.000 Männer von Francos Faschisten verschleppt, ermordet und irgendwo in Massengräbern verscharrt. Janis weiß, wo ihr Großvater begraben liegt und will für ihren Seelenfrieden und den der Familien in ihrem Heimatdorf endlich ein anständiges Begräbnis der Männer erwirken. An dieser Stelle kommt der spätere Kindsvater ins Spiel – der Anthropologe Arturo (Israel Elejalde), den die Fotografin für einen Auftrag porträtieren soll und um Unterstützung bei der Organisation der Exhumierung bittet. Die beiden Erzählstränge, die das Thema der alleinerziehenden Mütter verbindet (denn wie nach jedem Krieg blieben auch in Spanien viele Frauen verwitwet zurück), verknüpft Penélope Cruz mühelos und jederzeit glaubwürdig. Mit ihrer Natürlichkeit überstrahlt sie jede ihrer Szenen, wobei ihre Garderobe in warmen Tönen dieses Natürliche, Erdige, Mütterliche noch unterstreicht. Und natürlich darf bei Almodóvar das charakteristische Rot nicht fehlen, das einen als Farbtupfer immer wieder anspringt, auch in der perfekt durchkomponierten Wohnung von Janis. Die Geschichte hält einige Wendungen bereit und bietet neben den optischen Schauwerten einfach richtig gute Unterhaltung mit einer großartigen Besetzung. Dass die Handlung mitunter recht konstruiert ist und alles ein bisschen zu perfekt aussieht, verzeiht man da gern – typisch Almodóvar eben.

 

Blu-ray Extras:

    • Makeup und Kostüme (1 min)
    • Die Ausstattung (2 min)
    • Kamera und Ton (2 min)
    • Produktion und Regie (2 min)
    • Dt. Trailer zum Film
    • Trailer zu 2 weiteren Titeln
    • Wendecover

 

Ninas Filmwertung

Ein Mahnmal an die Kriegsverbrechen der Franco-Zeit und eine Ode an die Mütter mit einer alles überstrahlenden Penélope Cruz.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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