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Peter Lindbergh – Women’s Stories

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Peter Lindbergh – Women’s Stories

FR 2019

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 104 Min.

Vertrieb: Universum Film GmbH

Filmzine-Review vom 17.10.2019

Im September dieses Jahres verstarb Peter Lindbergh, einer der berühmtesten Modefotografen aller Zeiten. Die Dokumentation Peter Lindbergh – Women’s Stories wird erzählt von den Frauen in seinem Leben – seiner Schwester, seinen zwei Ehefrauen, seiner Geschäftspartnerin – und sie erzählt von den Frauen, die sein Leben und seine Arbeit darüber hinaus geprägt haben: seine Mutter und natürlich die Models, zu denen er ein freundschaftliches und unkompliziertes Verhältnis pflegte, das viele zu schätzen wussten.

Lindberghs Stil ist selten so hochglanzpoliert, wie man es von High-Fashion-Shoots erwarten könnte. Er liebt verwuschelte Haare, Regen und Wind, dreckige Maschinen, Asche und Staub. Klassischen Model-Posen kann er wenig abgewinnen. Es ist faszinierend, ihm bei der Arbeit über die Schulter zu blicken, wenn er im Feierabendverkehr von Downtown L.A. seine Stilikonen im Schilderwald und inmitten der unbeteiligten Menschenmenge fotografiert, rückwärts über die dicht befahrenen Straßen geht – alles für den perfekten Shot. Im Gegensatz dazu stehen aufwändig inszenierte Shoots wie z. B. für die italienische Vogue, die stundenlang vorbereitet und in Szene gesetzt werden und bei denen er seinen Models auch schauspielerisch einiges abverlangt. Es sind diese Stellen, die unheimlich Spaß machen und Lindberghs Arbeitsweise und Philosophie zumindest erahnen lassen. Leider konzentriert sich der französische Regisseur Jean-Michel Vecchiet nach einem ziemlich selbstverliebten Intro lang und breit auf die Nazi-Vergangenheit des Vaters, auf die Flucht der Mutter mit den beiden Kindern aus dem kriegsgebeutelten Polen, auf die Kriegswirren und das Kohlerevier des Ruhrgebiets und versucht krampfhaft, diese Geschehnisse mit Lindberghs Arbeit in Kontext zu setzen. Das gelingt nicht immer ganz überzeugend und so wird man am Ende das Gefühl nicht los, dass man gerne mehr Lindbergh und weniger Wochenschau gesehen hätte.

DVD Extras:

    • Deutscher Trailer
    • Trailer zu 3 weiteren Titeln
    • Wendecover

 

Ninas Filmwertung

Nicht ganz überzeugende Doku über einen der erfolgreichsten Modefotografen der Welt, in der der Künstler selbst etwas zu kurz kommt.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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Trailer

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