Robocop (Director’s Cut)

© 20th Century Fox Home Entertainment

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Robocop (Director’s Cut)

USA 1987

FSK: ab 18 Jahren

Länge: ca. 103 Min.

Studio: Orion Pictures

Vertrieb: 20th Century Fox Home Entertainment

Filmzine-Review vom 14.02.2014

Detroit in naher Zukunft: In der US-Metropole ist die Polizei der steigenden Kriminalität nicht mehr gewachsen. Das Unternehmen Omni Consumer Products (OCP) sieht in der misslichen Lage großes Geschäftspotential. Der Konzern möchte Cops durch Roboter ersetzen und tüftelt an einer Stadt-Vision namens Delta City. Nachdem ein erster Versuch mit dem Projekt ED-209 scheitert, wittert Nachwuchs-Manager Bob Morton (Miguel Ferrer) seine Chance. Er lässt den ermordeten Polizisten Murphy (Peter Weller) als Mischung aus Mensch und Maschine wieder auferstehen und stellt das RoboCop-Programm auf die Beine. Als fast unbezwingbarer Kampfandroid räumt RoboCop auf den Straßen Detroits auf, doch so ganz kann er seine menschliche Vergangenheit nicht abschütteln…

Mit RoboCop, seinem ersten Hollywood-Streifen, sorgte der Niederländer Paul Verhoeven für ein grandioses und umstrittenes Film-Highlight der 80er. Vordergründig ist der Streifen ein professionell inszenierter Genrefilm mit viel Action und tollen Tricks, doch erst die Doppelbödigkeit macht das Werk so interessant. Abseits der Sci-Fi-Action ist RoboCop eine ultrabrutale Zukunftssatire auf die rücksichtslose Ellenbogenmentalität der amerikanischen Multikonzerne in den unmittelbaren Jahren nach der Reagan-Administration. Themen wie Großstadt-Kriminaltät, Verfügbarkeit von Waffen und Drogen beherrschen auch 25 Jahre später den amerikanischen Alltag und schaut man sich das bankrotte und zerfallene Detroit der Gegenwart an, so traf Verhoeven mit seiner düsteren Prophezeihung den Nagel auf den Kopf. In Sachen Popularität mag es RoboCop nicht ganz mit dem Terminator aufnehmen, doch der von dem Roboter in Metropolis inspririerte Anzug, den sich Peter Weller Tag für Tag in einer mehrstündigen Sitzung überstreifen musste, ist designtechnisch eine Meisterleisung. In der besten Szene des Films spielt allerdings ein anderer Metallkoloss die Hauptrolle: Der per Stop-Motion-Verfahren animierte furchterregende E(enforcement) D(roid)-209 läuft während einer Präsentation Amok und mäht einen Jungmanager über den Haufen, was die anderen Vorstandsmitglieder aber nur für einen kurzen Moment verstört. Nach RoboCop ist Verhoeven in Hollywood mit Total Recall, Basic Instinct und Starship Troopers richtig durchgestartet, aber so gut und subversiv wie in seinem US-Debüt war er danach nie wieder.

Pünktlich zum Kinostart des (braven) Remakes hat die FSK RoboCop endlich vom Index genommen. Somit erscheint der Klassiker bei Fox nun erstmals uncut und mit einem brandneuen 4K-Master auf Blu-ray. Die solide Bildqualität kann zwar nicht mit neuesten Titeln mithalten, aber im Vergleich zu alten Versionen ist in nahezu jeder Einstellung eine deutliche Verbesserung zu erkennen. Extras sind zum Glück reichlich vorhanden, auch wenn einige Features (z.B. der Audiokommentar) schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben. Neu dabei und sehr sehenswert ist eine dreiviertelstündige Diskussionsrunde aus dem Jahr 2012 mit Verhoeven, Weller, Nancy Allen, Edward Neumeier und Tricktechniker Phil Tippett. Den zahlreichen \“Bad Guys\“ (Ray Wise, Kurtwood Smith, Ronny Cox und Miguel Ferrer) ist das Feature \“Die Schurken des alten Detroits\“ gewidmet.

 

Marcs Filmwertung

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
Beste Serie aller Zeiten: The Wire

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Diese DVD/Blu-ray wurde uns vom Vertrieb 20th Century Fox Home Entertainment kostenlos zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt. Unsere Bewertung ist davon jedoch nicht beeinflusst und gibt die unabhängige, persönliche Meinung des jeweiligen Rezensenten wieder.
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