Rum Diary

© Universum Film

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Rum Diary

The Rum Diary

USA 2011

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 120 Min.

Studio: GK Films

Vertrieb: Universum Film

Filmzine-Review vom 24.01.2013

Puerto Rico 1960: Insel-Neuling Paul Kemp (Johnny Depp) versucht sein Glück als Schreiberling beim San Juan Star. Schnell freundet sich der trinkfeste Journalist mit dem halbseidenen Geschäftsmann Sanderson (Aaron Eckhart) an und verguckt sich in dessen Freundin Chenault (Amber Heard). Als Kemp für ein dubioses Immobilienprojekt Sandersons positive Werbebroschüren verfassen soll, gerät er in einen Gewissenskonflikt…

In der bizarren und chaotischen Welt von Literatur-Schreckgespenst Hunter S. Thompson ist Johnny Depp spätestens seit seiner Darstellung des Kult-Autoren in Angst und Schrecken in Las Vegas kein Unbekannter mehr. Depp, der mit dem 2005 verstorbenen Thompson eng befreundet war, half sogar bei der Veröffentlichung des lang verschollenen Roman-Erstlings im Jahr 1998 mit. Insofern ist es nur konsequent, dass er Rum Diary nicht nur produziert hat, sondern erneut als Thompsons Alter Ego auftritt. Im Gegensatz zum permanent drogenvernebelten Duke Raoul aus Angst und Schrecken ist Paul Kemp deutlich jünger, weniger exzentrisch und fast ein wenig unschuldig. Depp ist in der Rolle gewohnt lässig und kann mit seinen fast 50 Lenzen immer noch locker einen 30-Jährigen spielen. An ihm liegt es nicht, dass Rum Diary nicht so richtig hochprozentig zünden will. Angesiedelt zwischen dem Ende der Eisenhower-Ära und dem Beginn der wilden 60er inszeniert Regisseur Bruce Robinson (Withnail & I) seinen ersten Film nach 20 Jahren Schaffenspause als episodenhafte Trinker-Tragik-Komödie ohne einen großartigen Spannungsbogen. Einzelne Szenen, z.B. die Flucht im Klapper-Fiat vor den Einheimischen sind ganz amüsant, aber insgesamt wird die Verfilmung der literarischen Vorlage nicht vollends gerecht. Spaß machen aber definitiv die vielen verschrobenen Nebenfiguren wie etwa Michael Rispoli als Saufkumpane und natürlich Richard Jenkins als cholerischer Zeitungschef mit schlecht sitzendem Toupet.

Die Extras der US Blu-ray, darunter eine ausführliche Doku zum schwierigen Entstehungsprozess der Produktion, fehlen leider. Die Interviews mit den Darstellern, dem Regisseur und Produzent entschädigen ein wenig, auch wenn das Gespräch mit Johnny Depp nur 6 Minuten dauert. Technisch ist alles in bester Ordnung, besonders das blitzsaubere Bild sorgt für Karibikflair im Wohnzimmer.

 

Marcs Filmwertung

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
Beste Serie aller Zeiten: The Wire

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Diese DVD/Blu-ray wurde uns vom Vertrieb Universum Film kostenlos zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt. Unsere Bewertung ist davon jedoch nicht beeinflusst und gibt die unabhängige, persönliche Meinung des jeweiligen Rezensenten wieder.
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