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Springsteen: Deliver Me from Nowhere

© LEONINE Studios

Springsteen: Deliver Me from Nowhere

USA 2025

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 119 Min.

Vertrieb: Walt Disney Studios Home Entertainment (LEONINE)

VÖ-Datum: 06.02.2026

Filmzine-Review vom 13.02.2026

New Jersey 1981: Nach einer erfolgreichen „River“-Tour und einem Jahr „on the road“ mit seiner E Street Band zieht sich Bruce Springsteen (Jeremy Allen White) müde und ausgelaugt zurück. In einem gemieteten Haus in Colts Neck will er an den Songs für sein neues Album „Nebraska“ arbeiten, allesamt ruhige Nummern mit akustischer Ausrichtung. Sein Manager und engster Vertauter Jon Landau (Jeremy Strong) ist von diesem Schritt wenig begeistert, denn das Studio fordert eine deutlich kommerziellere nächste Platte mit radiotauglichen Hits. Der Sänger lässt sich davon allerdings nicht beeindrucken und verliebt sich zudem in die junge Mutter Faye Romano (Odessa Young)…

Nachdem Regisseur Scott Cooper seinem Hauptdarsteller Jeff Bridges in dem Country-Music Film Crazy Heart (2009) zum Oscar verhalf, nimmt er sich nun mit dem Biopic Springsteen: Deliver Me from Nowhere einen ganz Großen der amerikanischen Rockgeschichte vor. Der Film ist jedoch keinesfalls ein klassisches Musikdrama, sondern konzentriert sich gezielt auf die Entstehung des sehr persönlichen und fast schon experimentellen Albums „Nebraska“. Als Inspiration für das düstere und schwermütige Werk (und dessen Titelstück) diente insbesondere Terence Malicks Kultfilm Badlands, der die wahre Mordserie von Charles Starkweather thematisiert. Mit dem Glanz und Glamour typischer Musik-Biopics hat Deliver Me from Nowhere folglich nichts am Hut. Glücklicherweise kann zudem Jeremy Allen White in der Hauptrolle dem Film in jeder Szene glaubhaft seinen Stempel aufdrücken. Chef Carmy aus seiner Paraderolle The Bear mutiert hier in Windeseile authentisch zum „Boss“, egal ob hemdsärmlig und stimmgewaltig auf der Bühne oder zurückgezogen und schwer deprimiert im stillen Kämmerlein. Eigentlich eine oscarreife Leistung, doch aufgrund der starken Konkurrenz in diesem Jahr hat es für Jeremy Allen White „nur“ für eine Golden Globe-Nominierung gereicht. Nicht alles funktioniert: Der Nebenplot um die alleinerziehende (fiktive) Faye Romano, die Springsteens tief verwurzelte Bindungsängste symbolisieren soll, läuft ins Leere. Besser sind hingegen die schmerzhaften schwarz-weißen Rückblenden in seine Arbeiterklasse-Kindheit, die die traumatisierende Angst vor seinem alkoholkranken Vater (Stephen Graham) und dessen heftige Streitereien mit seiner Mutter (Gaby Hoffmann) emotional aufarbeiten. Musikalisch kommt Deliver Me from Nowhere nicht ganz am ewigen Gassenhauer „Born in the USA“ vorbei, denn der Song wurde fast parallel zu Nebraska aufgenommen und dann erstmal für einige Zeit auf Eis gelegt, doch der Fokus liegt natürlich eindeutig auf den Nebraska-Stücken, allen voran das melancholische Highlight „Atlantic City“, das gleich mehrfach angespielt wird.

 

Blu-ray Extras:

Die Liner Notes: Das Making-Of:

    • 1. Akt: Vom Buch zum Film (9 min)
    • 2. Akt: Über die Musik hinaus (6 min)
    • 3. Akt: Bruce Springsteen verkörpern (10 min)
    • 4. Akt: Tiefe Authentizität (10 min)
    • Wendecover

 

Marcs Filmwertung

Stimmiges, fernab von Klischees inszeniertes Musik-Biopic über die Entstehungsgeschichte zu Bruce Springsteens legendärem Nebraska-Album.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
Beste Serie aller Zeiten: The Wire

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