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The Artist

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The Artist

USA 2011

FSK: ab 6 Jahren

Länge: ca. 101 Min.

Studio: Studio 37

Vertrieb: Euro Video

Filmzine-Review vom 30.10.2012

Hollywood 1927: George Valentin (Jean Dujardin) ist der Stummfilmstar der Kinograph Studios. Das Aufkommen des Tonfilms bedeutet für ihn und seinen dressierten Jack Russell Terrier jedoch einen herben Karriereknick. Der Studioboss (John Goodman) will frische Gesichter für seine „Talkies“ – da kommt die kesse Peppy Miller (Bérénice Bejo) gerade recht. Da George ihr zum Durchbruch verholfen hat, fühlt Peppy sich verantwortlich für den ehemaligen Star, mit dem es auch privat immer weiter bergab geht…

Die Entscheidung der Macher von The Artist, einen Stummfilm in Schwarzweiß zu drehen, noch dazu mit überwiegend unbekannten Schauspielern, kann nur als mutig bezeichnet werden. Wie oft hörte man das vorschnelle Urteil „Ist nicht mein Ding“ und wie viele Zuschauer blieben aufgrund ihrer Skepsis fern – und verpassten eines der größten Kinoereignisse dieses Jahrzehnts?! Fünf Oscar-Trophäen konnte der Film für sich verbuchen, darunter drei der wichtigsten: bester Film, beste Regie und bester Hauptdarsteller. Wie in den 20ern wird mit Texttafeln und musikalischer Untermalung gearbeitet (Kenner werden sich über ein Stück aus Bernard Herrmanns Vertigo-Score freuen). Fakt ist: den Ton vermisst man gar nicht so sehr. Der Franzose Jean Dujardin, dem bei den Oscars die Frauen reihenweise zu Füßen lagen, ist ein Charmeur der alten Schule mit einer großartigen Mimik, die jegliche Dialoge nahezu übeflüssig macht – sein Gesicht sagt alles, was man wissen muss. An seiner Seite glänzt Newcomerin Bérénice Bejo (die Frau des Regisseurs), die den Zuschauer von der ersten Minute an in ihren Bann zieht und über eine Ausstrahlung und natürliche Präsenz verfügt, die man so nur selten sieht. Und um die Anleihen bei Gene Kellys Singing in the Rain (hier wird der Tonfilm einer Stummfilmschauspielerin mit schrecklicher Piepsstimme zum Verhängnis) noch auf die Spitze zu treiben, endet The Artist mit einer Steptanznummer, die einen mit einem strahlenden Grinsen in den Abspann entlässt. Wer bislang also noch die völlig alberne und unbegründete Angst hegte, sich zu langweilen, sei hiermit ausdrücklich aufgefordert, beherzt zur Blu-ray oder DVD zu greifen und sich eines Besseren belehren zu lassen.

Die witzigen Outtakes, in denen Filmhund Uggie eindrucksvoll beweist, dass er trotz aller Dressur noch seinen eigenen Kopf hat, sind eigentlich viel zu kurz. Viel wichtiger sind aber auch ohnehin die „gehaltvolleren“ Extras wie ein halbstündiges Making of sowie ausführliche Interviews mit dem Regisseur und seinen beiden Hauptdarstellern.

 

Ninas Filmwertung

Das Prädikat „bezaubernd“ trifft nur auf wenige Filme zu – The Artist hat es mehr als verdient.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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