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Verflucht normal

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Verflucht normal

I Swear

GB 2025

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 120 Min.

Vertrieb: LEONINE

VÖ-Datum: 11.09.2026

Filmzine-Review vom 14.09.2026

England in den 1980er Jahren. Als John Davidson in der Schule erste Anzeichen des Tourette-Syndroms zeigt, ist sein Umfeld vollkommen überfordert. Die Erkrankung ist damals in der allgemeinen Bevölkerung noch weitgehend unbekannt. Lehrer wie Eltern halten die Ticks und Flüche für rebellische Provokationen. 13 Jahre später: John ist erwachsen, seine Eltern getrennt, seine Mutter schämt sich immer noch für ihn und ermahnt in weiterhin bei jedem unkontrollierten Tick. Der junge Mann nimmt starke Medikamente und leidet unter der sozialen Ausgrenzung. Die Wende bringt eine Begegnung mit seinem alten Schulfreund Murray, dessen Mutter Dottie ihn bei sich aufnimmt, ihm zu einem selbstbestimmten Leben ohne Medikamente verhilft und ihm sogar einen Job organisiert…

Die britische Underdog-Geschichte Verflucht normal zeichnet die Lebensgeschichte des echten John Davidson nach und zeigt jederzeit eindrücklich die innere Zerrissenheit der Menschen, die mit der stigmatisierenden Erkrankung leben. Sowohl Scott Ellis Watson, der den jungen Davidson spielt, als auch Robert Aramayo in der Erwachsenenrolle gebührt dabei allerhöchster Respekt vor ihrer schauspielerischen Leistung. Aramayo begleitete Davidson mehrere Monate in seinem Alltag und stellt die inneren Konflikte mit ganzem Körpereinsatz überzeugend dar. Da die Biographie komödiantisch angelegt ist, ist Lachen ausdrücklich erlaubt und tatsächlich kann man sich manchmal nicht helfen, über die Fluchtiraden zu kichern, gerade wenn John mit einem anderen Tourette-Patienten spricht, der von ihm nichts wissen will und dessen Eltern ratlos und schockiert daneben stehen. Regisseur Kirk Jones, der den Film überwiegend selbst finanzieren musste, weil einigen Studios die Flucherei zu heftig war, gelingt es außerdem, den Film trotz aller bewegenden Szenen nicht zu sehr ins Rührselige abdriften zu lassen. Er bleibt bei den Fakten und endet mit Davidsons Engagement für die Aufklärungsarbeit, die er heute u.a. bei der Polizei und in Schulen leistet. Dafür wurde er 2019 mit einem Ritterorden geehrt – verliehen von Königin Elizabeth höchstpersönlich, der er gleich ein beherztes „Fuck the Queen“ entgegenschleuderte.

 

Blu-ray Extras:

    • Trailer zum Film
    • Trailer zu 3 weiteren Titeln
    • Wendecover

 

Ninas Filmwertung

Berührende und zugleich humorvolle Underdog-Geschichte, die für mehr Verständnis im Umgang mit Tourette sensibilisiert.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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