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Werk ohne Autor

© Walt Disney Studios Home Entertainment

Werk ohne Autor

D 2018

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 189 Min.

Vertrieb: Walt Disney Studios Home Entertainment

Filmzine-Review vom 29.03.2019

Dresden in den 1930er Jahren. Zu seiner Tante Elisabeth (Saskia Rosendahl) hat der kleine Kurt eine ganz besondere Beziehung. Sie nimmt ihn mit in Ausstellungen, fördert seinen Sinn für Kunst. Als bei ihr eine schizophrene Störung diagnostiziert wird, wird sie vom Gynäkologen Professor Carl Seeband (Sebastian Koch) im Sinne der Nazi-Ideologie für den Abtransport in ein Vernichtungslager vorgemerkt. Sprung in die 50er und 60er Jahre. Kurt (Tom Schilling) studiert mittlerweile an der Kunsthochschule und lernt dort die Modestudentin Ellie (Paula Beer, Bad Banks) kennen. Ihnen gelingt die Flucht aus der DDR und Kurt versucht, an der Kunstakademie in Düsseldorf endlich seine Berufung zu finden…

Mit rund 190 Minuten hat sich Florian Henckel von Donnersmarck (Das Leben der Anderen) viel Zeit für sein Werk ohne Autor gelassen. Doch er hat auch viel zu erzählen – von der Zeit des Nationalsozialismus, von den Anfängen der DDR und von dem Platz, den die Kunst in derartigen Systemen einnimmt bzw. welcher Platz ihr zugewiesen wird. Obwohl der erste Zeitabschnitt mit Saskia Rosendahl als Kurts allerliebste Bezugsperson nur eine halbe Stunde Zeit beansprucht, hallt er doch am intensivsten nach und legt sich über den gesamten Rest des Films. Noch viel weniger als der Zuschauer kann natürlich Kurt Elisabeth vergessen und jede Frau, die ihm begegnet, muss zwangsläufig einem Vergleich mit seiner Tante standhalten. So ergeht es dann auch Ellie (eigentlich Elisabeth, wie es der Zufall so will), die trotz längerer Laufzeit keine richtigen Konturen bekommt – zumindest keine charakterlichen, ihre Körperkonturen hingegen sehen wir zur Genüge.

Kurts Selbstfindungsreise basiert auf der Biografie von Gerhard Richter mit erstaunlich wenigen künstlerischen Freiheiten, sogar der unglaubwürdigste Twist, den man meint so nur aus Filmen zu kennen, ist tatsächlich wahr. In die richtige Richtung gelenkt wird er von Professor Antonius Van Verten (Oliver Masucci) aka Joseph Beuys, der sich eigentlich nie damit aufhält, die Werke seiner Studenten zu begutachten, doch Kurt die richtigen Fragen stellt und die richtige Inspiration liefert. Werk ohne Autor (so wurden die Gemälde unscharf abgemalter Fotos bezeichnet, mit denen Richter sich in den 60er Jahren erstmals einen Namen machte) lässt in sein historisches und kunstgeschichtliches Drama komödiantische und romantische Elemente einfließen, was ihm von etlichen Kritikern als Unentschlossenheit angekreidet wurde. Generell war die Rezeption hierzulande eher verhalten, während es international immerhin für eine Oscar-Nominierung für den besten fremdsprachigen Film 2019 reichte.

 

Blu-ray Extras:

    • Die Story (2 min)
    • Die Musik (2 min)
    • Trailer zum Film
    • Hörfilmfassung

 

Ninas Filmwertung

Florian Henckel von Donnersmarck meldet sich nach 8-jähriger Abstinenz mit seinem Werk über die Rolle der Kunst in stürmischen Zeiten zurück.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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