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Yardie

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Yardie

GB 2018

FSK: ab 16 Jahren

Länge: ca. 102 Min.

Vertrieb: Studiocanal

Filmzine-Review vom 21.06.2019

Jamaika in den frühen 1970ern: Als sein älterer Bruder und Mentor bei dem Versuch, zwischen zwei verfeindeten Banden zu schlichten, erschossen wird, wächst Dennis „D“ (Aml Ameen) unter der Obhut des Drogengangsters King Fox (Sheldon Shepherd) auf. Jahre später soll er für seinen neuen Ziehvater einen Batzen Kokain nach London schmuggeln und beim Dealer Rico (Stephen Graham) abliefern. Da die beiden aneinander geraten, sucht D Unterschlupf bei seiner Jugendliebe Yonne und der gemeinsamen Tochter. Die Lage wird für D nicht einfacher, als er erfährt, dass sich in London auch der Mörder seines Bruders aufhalten soll…

Idris Elba ist ein Multitalent: Sein schauspielerisches Können – Stichwort Luther – steht außer Frage, aber der smarte Brite kann noch viel mehr. So hat er 2017 nach qualvollem Training den Aufstieg vom Amateur zum Profi-Kickboxer geschafft und beim Coachella-Festival 2019 erfolgreich als DJ Big Driis Stimmung gemacht. Mit Yardie feiert der 46-Jährige nun sein Regiedebüt und auch in diesem Bereich muss man Elba eine gehörige Portion Talent bescheinigen. Nach dem gleichnamigen Roman von Victor Headley aus dem Jahr 1992 gelingt ihm ein insbesondere in der ersten Hälfte, also in den Szenen, die auf Jamaika spielen, ein stimmiges und lebendiges Gangsterportrait. Die Handlung mag hier und da etwas dünn erscheinen und sich unnötig oft bei abgegriffenen Genre-Klischees (inklusive Voiceover) bedienen, doch es überwiegt bei Weitem ein positiver Eindruck. Stark sind auch die überwiegend unbekannten Darsteller, besonders Protagonist Aml Ameen, der ein ums andere Mal die coole Gangster-Fassade fallen lässt. Stephen Graham als Möchtegern-Jamikaner trägt hingegen ein bisschen dick auf und erinnert an Gary Oldmans Cameo in True Romance.
Die deutsche Synchro sollte man unbedingt links lassen, denn das Patois, die Jamaikanisch-kreolische Sprache mit englischen Wurzeln, verleiht dem Film in der Originalversion einen ganz besonderen Charme.

 

Blu-ray Extras:

    • Idris Elbas Regiedebüt (2 min)
    • Rites of Passage – D’s Reise (2 min)
    • Idris Elba im Gespräch mit Blacker Dread (13 min)
    • Idris Elba im Gespräch mit Aml Ameen (13 min)
    • 3 Interviews mit Idris Elba, Aml Ameen und Shantol Jackson (22 min)
    • Geschnittene Szenen (3 min)
    • Dt. Trailer zum Film
    • Trailer zu 7 weiteren Titeln
    • Wendecover

 

Marcs Filmwertung

Es ist noch kein Scorsese vom Himmel gefallen, aber Idris Elbas vielversprechendes Regiedebüt kann sich sehen lassen.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
Beste Serie aller Zeiten: The Wire

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Leserwertung

Eure Leserwertung:
[Gesamt:5    Durchschnitt: 3.8/5]

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