007 – Stirb an einem anderen Tag (Special Edition – 2 DVDs)

© MGM Home Entertainment

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007 – Stirb an einem anderen Tag (Special Edition – 2 DVDs)

Die Another Day

USA | GB 2002

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 127 Min.

Studio: MGM | United Artists

Vertrieb: MGM Home Entertainment

Filmzine-Review vom 09.07.2003

Mit Stirb an einem anderen Tag feiert James Bond ein kleines Jubiläum: 20 x 007 in 40 Jahren! Nicht schlecht für eine Serie, die in den 80er Jahren mit Timothy Dalton in der Titelrolle so gut wie mausetot war. Seit Pierce Brosnan in Goldeneye sein Debüt gegeben hat, sind diese Zeiten ein für allemal vorbei. Dabei hat sich an der ursprünglichen Formel nicht sonderlich viel geändert: 007 rettet die Welt vor dem Untergang. Punkt. Aber, der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Bei den Bond-Filmen sind damit die Konstanten Action, Technik, Frauen und Bösewichte gemeint. Im einzelnen: Stirb an einem anderen Tag beginnt in Nordkorea mit einer fulminanten Materialschlacht, die in Sachen Action den frühen Höhepunkt markiert. Fast bekommt man den Eindruck, als ob in dieser Sequenz ein Großteil des Special Effects-Budget pulverisiert wurde, denn die Qualität der SFx nimmt im weiteren Verlauf stetig ab. Besonders schwach und nahe an der Grenze zur Lächerlichkeit: die Lawinenflucht auf Island. Wenn Bond sich vor heranstürzenden Eisbrocken schützt, bekommt man fast den Eindruck, dass es sich um eine unfertige Szene handelt, die von den Machern des Films schludrig eingefügt wurde. Besser gelungen sind da die vielen Auto-Verfolgungsjagden mit dem diesjährigen Bond-Mobil, einem Aston Martin Vanquish, der sich, wenn es die Situation erfordert, unsichtbar machen kann.
Mit der letztjährigen Oscar®-Heulsuse Halle Berry in der Rolle der US-Agentin Jinx erhält Pierce Brosnan prominenten und schlagkräftigen Beistand. Besonders schön ist ihr Einstand: Wie einst Ursula Andress in Dr. No steigt die Schönheit im orangefarbenen Bikini aus dem Wasser (hierzu gibt’s ein nettes Hidden Feature auf der 2.DVD). Halle Berry macht ihre Sache gut, tatsächlich vermehren sich die Gerüchte, dass sie in der Zukunft einen weiblichen Bond-Ableger spielen soll. Das restliche Personal, abgesehen von Q (Judi Dench) und M (John Cleese) in ihren üblichen Parts, ist weniger überzeugend. Bond-Gegenspieler Gustav Graves (Newcomer Toby Stephens) liefert sich mit 007 zwar ein herrlich-überzogenes Fecht-Duell, ist aber meilenweit vom Kaliber eines klassischen Bösewichtes wie Gert Goldfinger Fröbe entfernt. Handlanger Rick Yune (aus The Fast and the Furious) strahlt zumindest hier und da einen Hauch Bedrohlichkeit aus und sieht mit seinem durch Diamantensplitter entstellten Albino-Gesicht schön fies aus. Weitere typische Zutaten sind der traditionelle Vorspann (in dem die Handlung zum ersten Mal weiterläuft) und der Titelsong. Diesmal durfte sich Madonna versuchen, doch das Resultat klingt doch sehr bescheiden. Summa Summarum unterhält Stirb an einem anderen Tag auf solidem Niveau. Für die Titelrolle gibt es mit Sicherheit keine bessere Besetzung als Pierce Brosnan. „James Bond will return“ heißt es wie immer im Abspann. Doch damit die Serie noch lange erfolgreich anhält, wünscht man sich, dass der Agent mit der Lizenz zum Töten und die Produzenten mit der Lizenz zum Gelddrucken für das nächste Bond-Abenteuer ein wenig mehr Risiko eingehen und die eine oder andere Neuerung einbauen.

Über die technischen Vorzüge der Stirb an einem anderen Tag-Special Edition braucht man keine langen Aufsätze verfassen. Bild und Ton sind in jeder Beziehung schlichtweg brillant. Die ausführlichen und vor Details nur so strotzenden Bonusmaterialien, die sich auf 2 DVDs verteilen, werden Bond-Fans für einige Zeit beschäftigen. Fast jede noch so kleine Sequenz wird auseinandergenommen und analysiert. Wer auf die Dokus keine Lust hat, kann sich den Film stattdessen mit einem parallel verlaufenden Trivia-Track oder mit einem Audiokommentar (entweder mit dem Regie/Produzenten-Gespann oder aber mit Pierce Brosnan und Rosamunde Pike) anschauen. Für 2003 setzt die Stirb an einem anderen Tag-DVD ein gehöriges Ausrufezeichen, aber es kommen ja noch die Veröffentlichungen von Matrix Reloaded und Der Herr der Ringe: Die zwei Türme

 

Marcs Filmwertung

Business As Usual – solides Bond-Jubiläum mit den bekannten Zutaten.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
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