Kalkofes Mattscheibe – Greatest Hits
D 2009
FSK: ab 12 Jahren
Länge: ca. 168 Min.
Studio: Premiere
Vertrieb: Alive | Turbine Classics
Filmzine-Review vom 29.06.2009
Wer quer durch die Empfangsbänke seiner Satellitenschüssel, seines Kabeltuners oder DVB-T-Receivers zappt, braucht nicht lange, bis sich das beklemmende Gefühl einstellt, dass der gesendete Müll täglich schlimmer und unerträglicher wird. Das wird stimmen – allerdings relativiert die vorliegende Sammlung \“historischer TV-Sünden\“ diesen Eindruck ganz maßgeblich.
Als Oliver Kalkofe 1994 mit seiner Mattscheibe das Programm des noch jungen Senders Premiere um eine wöchentliche (unverschlüsselte) Retrospektive der übelsten Ausdünstungen der aktuellen Fernsehlandschaft bereicherte, ging es auf deutschen Sendefrequenzen kaum gesitteter oder niveauvoller zu als in einem der ebenso allgegenwärtigen wie zahllosen heutigen Trash-Formate für C-Prominente, Eintagsfliegen und solche, die es mal werden wollen. Stolze fünf Jahre lang hielt Berufssarkast Kalkofe dem erschüttenden Heer medialer Übeltäter – zur Not auch in Spitzenröckchen und Latexhose – seinen Mattscheiben-Spiegel vor und scharte dabei eine stetig wachsende Fangemeinde um sich.
Nachdem die vier Staffeln der Premiere Klassiker bereits als umfangreiche Einzel-Boxen erschienen sind, wurde unter dem vielsagenden Titel Greatest Hits nun anlässlich des 15. Jubiläums ein knapp dreistündiges Komprimat aus 25 Stunden Ausgangsmaterial veröffentlicht, welches nicht minder anschaulich belegt, dass auch schon vor mehr als zehn Jahren intellektuelle Totalausfälle zum TV-Alltag gehörten. Das Grauen war immer unter uns, lediglich sein Gesicht ändert sich stetig. Kalkofes Mattscheibe arbeitete dieses Phänomen mit damals noch angenehmer Frische und Unverbrauchtheit auf. Ein günstiges und gelungenes Kondensat für alle, die die bisherigen Veröffentlichungen zwar gereizt, aber nicht zum Kauf überzeugt haben.
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