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A Bigger Splash

A Bigger Splash | © Studiocanal

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A Bigger Splash

Frankreich | Italien 2015

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 124 Min.

Studio: Frenesy Film Company

Vertrieb: Studiocanal

Filmzine-Review vom 02.10.2016

Rock-Ikone Marianne Lane (Tilda Swinton) hat sich zusammen mit ihrem Lebensgefährten Paul (Matthias Schoenaerts) auf die kleine italienische Insel Pantellería zurückgezogen. Fernab von der Öffentlichkeit wollen die beiden wieder zu sich und zueinander finden – nach einer Stimmband-OP, nach der Marianne vorerst nicht mehr sprechen darf, und dem Alkohol-Entzug Pauls. Doch als sich plötzlich Mariannes Produzent und Ex-Partner Harry (Ralph Fiennes) zusammen mit seiner Tochter Penelope (Dakota Johnson) bei den beiden einquartiert, verwandeln sich Romantik, Ruhe und Abgeschiedenheit plötzlich in Spannungen, Eifersucht und leidenschaftliche Intrigen…

A Bigger Splash ist kein Remake des semidokumentarischen gleichnamigen Titels aus dem Jahr 1973, obwohl er sowohl den für die Handlung sehr zentralen Swimingpool als auch einen massiven Verlust künstlerischer Fähigkeit (hier der Stimmverlust, dort die Unfähigkeit des Künstlers David Hockney, weiter zu malen) mit ihm gemeinsam hat. Pate für den Film von Luca Guadagnino stand vielmehr das französische Romantikdrama Der Swimmingpool von 1969, in dem Alain Delon und Romy Schneider in einen ähnlichen Sog aus erotischen Intrigen gezogen wurden.

Dem Vorbild einer derart illustren Besetzung gerecht zu werden, ist zweifellos eine immense Herausforderung, die A Bigger Splash größtenteils ziemlich gut meistert. Tilda Swintons Performance ist wie immer überragend intensiv – es ist überaus beeindruckend, zu sehen, welche Emotionen sie ihrem Charakter beinahe ohne Worte verleihen kann. Daneben liefert Matthias Schoenaerts eine durchaus respektable Leistung ab, auch wenn er weder Swinton noch dem sensationell unsympathischen Ralph Fiennes schauspielerisch das Wasser reichen kann.

Woran liegt es also, dass A Bigger Splash letzten Endes nicht den intensiven Eindruck hinterlässt, den man sich zu Beginn erhofft? Vielleicht an den irgendwie zu verwirrenden emotionalen Verbindungen zwischen den Charakteren, die man bis zum Schluss nicht so richtig durchschaut? An dem Gefühl, dass die wenigen existenziellen Szenen des Films irgendwie lapidar abgehakt werden und zu schnell vorbei sind? An der sehr prätentiösen Erzählweise, die uns zu sagen scheint, dass wir wohl einfach nicht intellektuell genug sind, um zu verstehen, welcher Sinn hinter all dem steht? Oder doch einfach daran, dass A Bigger Splash schlicht selber nicht weiß, was er uns sagen will? Als Zuschauer jedenfalls bleibt man nach ebenso viel Sex und Nacktheit wie Betrug und Intrigen etwas ratlos zurück… Und muss sich auf so manche Entwicklung und Beziehung seinen eigenen Reim machen. Kann auch seinen Reiz haben, macht hier aber angesichts der sehr morbiden und negativen Gesamtstimmung irgendwie keinen großen Spaß…

 

Katjas Filmwertung

Sensationelle Darstellerleistungen von Tilda Swinton und Ralph Fiennes in einem morbiden, prätentiösen und insgesamt etwas uninspirierten Kammerspiel über Sex, Betrug und Intrigen.

Katja

Katja

Originalton-Verfechterin, Fantasy- und Serien-Fan. Schaut gerne spanische und französische Filme, um den Kopf ein-, sowie auch mal Bollywood und gute RomComs, um ihn auszuschalten.

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Diese DVD/Blu-ray wurde uns vom Vertrieb Studiocanal kostenlos zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt. Unsere Bewertung ist davon jedoch nicht beeinflusst und gibt die unabhängige, persönliche Meinung des jeweiligen Rezensenten wieder.
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