Abbitte

© Universal

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Abbitte

Atonement

GB 2007

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 118 Min.

Studio: Universal Pictures | Working Title

Vertrieb: Universal

Filmzine-Review vom 20.04.2008

England in den 30er Jahren. Die 13-jährige Briony hat eine blühende Fantasie, die sie vorzugsweise für das Verfassen von Kurzgeschichten und Theaterstücken aufwendet. Als sie eine zweideutige Szene zwischen ihrer älteren Schwester Cecilia (Keira Knightley) und dem Sohn der Hausangestellten, Robbie (James McAvoy), beobachtet und die beiden später auch noch beim Techtelmechtel in der Bibliothek überrascht, zieht sie ihre eigenen Schlussfolgerungen. Im Laufe des Abends erhebt sie eine folgenschwere Anschuldigung, mit der sie nicht nur Cecilias und Robbies Leben, sondern letztendlich auch ihr eigenes zerstört…

Mit der Verfilmung von Ian McEwans herausragendem Roman Abbitte hat sich Regisseur Joe Wright (Pride and Prejudice) ein ebenso anspruchsvolles wie komplexes Werk ausgesucht. Mit kleinen Zeitsprüngen und geschickten Perspektivenwechseln sorgt er immer wieder für Überraschung und Abwechslung – bei seiner Adaption dieses modernen Klassikers stimmt einfach alles. Das imposante Herrenhaus bildet genau wie später das Dünkirchen des zweiten Weltkriegs (das mit einer jetzt schon legendären 5-minütigen Kamerafahrt ohne Schnitt eingeführt wird) die perfekte Kulisse, und Kameramann Seamus McGarvey (The Hours) macht jede Einstellung zu einem Kunstwerk. Die Kostüme stehen dem in nichts nach – besonders Keira Knightley im smaragdgrünen Satinkleid hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Von den insgesamt 7 Oscar-Nominierungen (bester Film, adaptiertes Drehbuch, Kamera, Kostümdesign, Szenenbild, Nebendarstellerin und Filmmusik) konnte sich letztendlich nur die eindringliche Filmmusik von Dario Marianelli durchsetzen, die auffällig eng mit dem Geschehen auf der Leinwand verwoben ist. Glücklicherweise wurde auch das düstere Ende nicht in ein Hollywood-Happy-End umgestrickt, was Fans des Romans beruhigen, den ahnungslosen Zuschauer möglicherweise erschüttern dürfte.

Joe Wrights Audiokommentar ist von der ruhigeren Sorte, doch seine Anmerkungen sind von entwaffnender Ehrlichkeit und Selbstkritik. Auch 7 entfallene Szenen („die Regie war einfach zu schlecht“) werden von ihm kommentiert. Das Making of ist durchaus sehenswert, und in einem mit 5 Minuten viel zu kurzen Beitrag äußern sich Ian McEwan und Drehbuchautor Christopher Hampton zur Verfilmung des Romans.

 

Ninas Filmwertung

Kunstvolle Literaturverfilmung, die ihrer Vorlage mehr als gerecht wird.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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