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Bob Marley: One Love

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Bob Marley: One Love (4K UHD)

USA / Jamaika 2024

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 107 Min.

Vertrieb: Paramount Home Entertainment

VÖ-Datum: 29. Mai 2024

Filmzine-Review vom 01.06.2024

Jamaika 1976: In seiner Heimat, einem politisch tief gespaltenen und von Gewalt geplagten Land, ist Bob Marley (Kingsley Ben-Adir) bereits ein Star und eine Ikone. Um die Menschen auf friedliche Weise zu vereinen, soll Marley ein „Smile Jamaica“-Konzert geben. Zwei Tage zuvor wird er bei einem Attentat verletzt und auch seine Frau Rita liegt im Krankenhaus. Marley gibt das Konzert trotzdem. Kurze Zeit später verlässt Marley sein geliebtes Jamaika und geht nach London ins Exil…

Sein Konterfei mit den unverwechselbaren Dreadlocks schmückt noch heute weltweit unzählige T-Shirts, Taschen oder Poster. Die Rede ist natürlich von Bob Marley, der in den 1970ern die Reggae-Musik in den Mainstream einführte und dessen Alben sich weltweit über 75 Millionen Mal verkauften. Ein Biopic hat sich der legendäre Musiker natürlich längst verdient und unter der Regie von Reinaldo Marcus Green (King Richard) wird seine Lebensgeschichte mit größtem Respekt wiedergegeben. Bob Marley: One Love erzählt die Ereignisse aus Marleys Leben als Erwachsener allerdings eher als chronologisches Abhaken und scheint nicht immer darauf bedacht zu sein, einen tieferen Blick zu wagen. So bleibt es dann doch nur bei einer kurzweiligen und unterhaltsamen, aber auch recht oberflächlichen Nummernrevue: Marley und seine Wailers bei den Aufnahmen zum Meilenstein-Album „Exodus“, die schwierige Beziehung zu seiner Ehefrau Rita (stark: Lashana Lynch aus dem letzten Bond No Time to Die), der Kulturkonflikt im punkigen London der 70er Jahre, Marley beim Fußballspielen etc. Das Drehbuch (u.a. von Sopranos-Autor Terence Winter) hält die Figur ein wenig zu sehr auf Distanz und lässt die komplizierteren Bereiche, zum Beispiel seine zahlreichen außerehelichen Kinder, außen vor. An der Performance von Kingsley Ben-Adir liegt es aber nicht, dass One Love nicht zum Überflieger geworden ist. Der Darsteller hat zwar äußerlich nicht so viel Ähnlichkeit mit Bob Marley, aber sein Charisma, sein Patois-Dialekt, den er sich monatelang anttrainiert hat (unbedingt in der Originalfassung gucken) und seine energiegeladene Bühnenpräsenz sind von der ersten Minute an beeindruckend.

Die 4K Blu-ray von Paramount enthält etwa 50 Minuten an ausführlichen Interviews und Behind-the-Scenes-Aufnahmen, die die Entstehung des Films beschreiben. Mit dabei ist auch Marleys wohl berümtester Sohn Ziggy und weitere Mitglieder der großen Marley-Familie. Gezeigt werden ebenfalls einige Original-Schauplätze in Jamaika und England. Wer also schon immer mal wissen wollte, wo genau der Musiker in London gewohnt hat, wird hier fündig. Bild und Sound sind auf Topniveau, besonders die vielen Marley-Klassiker werden mit reichlich Bass auf der Dolby Atmos-Tonspur zum Leben erweckt.

 

4K & Blu-ray Extras:

    • Der Weg zu Bob Marley
    • Die Geschichte: Bob Marleys Geschichte zum Leben erwecken
    • Die Besetzung
    • Am Drehort: Jamaica und England
    • Die Band
    • Entfallene und erweiterte Szenen
    • Wendecover

 

Marcs Filmwertung

Respektvolles, erstklassig gespieltes Biopic der Reggae-Ikone Bob Marley, das aber zu sehr an der Oberfläche bleibt.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
Beste Serie aller Zeiten: The Wire

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