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King Richard

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King Richard

USA 2021

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 145 Min.

Vertrieb: EuroVideo Medien GmbH

Filmzine-Review vom 13.05.2022

Richard Williams (Will Smith) lebt mit seiner Frau und fünf Töchtern im Problemstadtteil Compton (L.A.). Wild entschlossen, seinen Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen, hat er für seine beiden leiblichen Töchter Venus (Saniyya Sidney) und Serena (Demi Singleton) nur ein Ziel: Er will die beiden zu Tennis-Superstars machen. Jede freie Minute wird genutzt, um diesen Plan zu verwirklichen. Jahrelang trainiert er seine Töchter selbst, weiß aber auch, dass er irgendwie den Sprung in die Elite-Clubs schaffen muss, die fest in weißer Hand sind. Hartnäckig drängt er sich und seine beiden Wunderkinder einem Trainer nach dem nächsten auf, bis schließlich Paul Cohen anbeißt und später auch Coach-Legende Rick Macci (Jon Bernthal) auf die beiden aufmerksam wird und sie nach Florida holt…

Die Entscheidung, ein Biopic über Venus und Serena Williams aus der Sicht des Vaters zu erzählen, ist zumindest einmal fragwürdig. (Möchte irgendwer einen Film über Boris Beckers Vater sehen?) Auf den ersten Blick zeichnet sich Richard durch eine gute Portion Größenwahn, Sturheit, Besserwisserei und ungesunden Ehrgeiz aus, predigt seinen Kindern aber gleichzeitig Demut und Bescheidenheit. Das Bestreben, den eigenen Töchtern den Auf- und Ausstieg aus dem Ghetto zu ermöglichen, ist aller Ehren wert. Relativiert wird es allerdings durch die Tatsache, dass er Venus und Serena eigens zu diesem Zweck überhaupt erst in die Welt gesetzt hat. Es war kein zufällig entdecktes Talent, kein freier Wunsch der Mädchen, sondern ein bereits vor der Zeugung gefasster Plan, den er in einem gut 80 Seiten starken Pamphlet niedergelegt hat. King Richard beleuchtet diese ambivalente Seite des Familienvaters durchaus, aber wie es sich für einen Crowd Pleaser gehört, werden die Kanten glatt geschliffen und das Positive überwiegt. Seine Stärken spielt das Drehbuch immer dann aus, wenn es um die Anerkennung und die Privilegien geht, die sich Schwarze so viel härter erkämpfen müssen als Weiße – erst recht in der Tenniswelt. In einer emotionalen Szene nach Venus‘ erstem großen Match gegen Arantxa Sanchez Vicario wird deutlich, welche Bedeutung und Vorbildfunktion die Williams-Schwestern für nachfolgende Generationen einnehmen. Als Stimme der Vernunft fungiert Richards Ehefrau Brandy (Aunjanue Ellis), die ihm zwischendurch immer mal wieder den Kopf waschen muss. Was Venus und Serena von dem ganzen Zirkus halten, erfahren wir leider nicht. Auf die Motivationsfragen ihres Vaters geben sie lediglich einstudierte Antworten. Dabei hätte das sonst recht konventionelle Skript von einem solchen Perspektivwechsel enorm profitiert. Großes Lob gebührt den Jungdarstellerinnen Saniyya Sidney und Demi Singleton. Als Linkshänderin musste Saniyya sogar lernen, wie Venus mit rechts Tennis zu spielen. Doch die zwei überzeugen nicht nur in den sportlichen Sequenzen, sondern überstrahlen auch sonst jede ihrer Szenen. Will Smith bekam für seine Performance den Oscar. Wer wohl nächstes Jahr die Trophäe an den nächsten besten Hauptdarsteller überreichen…?

Das UHD-Bild gefällt mit überwiegend warmen, natürlichen Farben und einem exzellenten Schwarzwert. Jede Hautpore, jeder Schweißtropfen und jeder Tennisballfussel sticht dank der hohen Detailwiedergabe ins Auge. Die 4K-Umsetzung punktet also auf der ganzen Linie.

 

4K UHD & Blu-ray Extras:

    • Making of „Folge dem Plan“ (9 min)
    • Will Smith als Richard Williams (6 min)
    • Champions auf der großen Leinwand (6 min)
    • Deleted Scenes (3 min)
    • Dt. Trailer zum Film
    • Trailer zu 3 weiteren Titeln
    • Wendecover

 

Ninas Filmwertung

Überwiegend konventionelles Biopic mit Feelgood-Charakter, in dem die beiden Jungstars einen glänzende Figur abgeben.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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