Coco – Lebendiger als das Leben

© 2018 Disney/Pixar

Coco – Lebendiger als das Leben

Coco

USA 2017

FSK: ab 0 Jahren

Länge: ca. 105 Min.

Vertrieb: Walt Disney Studios Home Entertainment

Filmzine-Review vom 26.03.2018

Seit Miguels Urgroßvater einst seine Familie für eine Musikerkarriere hat sitzen lassen, ist Musik im Hause Rivera tabu. Der kleine Miguel will aber unbedingt Gitarre spielen und es seinem großen Idol, dem legendären Ernesto de La Cruz, gleichtun, der auch Jahrzehnte nach seinem Tod in ganz Mexiko noch verehrt wird. Um heimlich an einem Talentwettbewerb teilnehmen zu können, muss eine Gitarre her. Miguel beschließt, sich die Klampfe aus Ernestos Gruft zu borgen. Doch das gute Stück hat magische Kräfte und katapultiert ihn geradewegs ins Reich der Toten. Dort muss Miguel seine verstorbenen Verwandten ausfindig machen, um nach Hause zurückkehren zu können. Doch allerlei Zwischenfälle verzögern seinen Plan immer wieder…

Dia de los muertos, der Tag der Toten, ist einer der höchsten mexikanischen Feiertage. Der Glaube, dass die Toten weiterleben, solange man sie in Erinnerung behält, ist nicht nur eine schöne und tröstliche Vorstellung, sondern ein wunderbarer Einstieg in Pixars Animations-Fiesta Coco. Eine Blumenbrücke führt aus der Unterwelt ins Reich der Lebenden. Doch es gibt strenge Zugangskontrollen: per Totenkopf-Scan wird ermittelt, ob irgendwo auf der Welt ein Foto des Verstorbenen als Zeichen der Erinnerung aufgestellt wurde – nur dann erhält man eine Einreisegenehmigung. Diese geniale Idee trägt ebenso die Handschrift von Pixar wie die Eingangssequenz, in der die Vorgeschichte der Familie in Scherenschnittform auf den bunten Papel-Picado-Fähnchen dargestellt wird, die als Girlanden Mexikos Städte schmücken. Für die sentimentale Tränendrüsen-Komponente ist dann wiederum Disney verantwortlich und so lässt Coco ein wenig den frechen Witz der Pixar-Schmiede vermissen und haut sehr in die „Follow your dreams“-Kerbe. Doch das ganze Setup ist einfach so originell, dass es genug gibt, woran auch erwachsene Zuschauer ihre Freude haben. Und für Kinder dürfte diese Art der Annäherung an das Thema Tod auch eine sehr versöhnliche und behutsame sein. Für einen Eklat sorgte Disney im Vorfeld, als der Konzern die wahnwitzige Idee hatte, sich „Dia de los muertos“ (so sollte der Film ursprünglich heißen) allen Ernstes als Markennamen schützen zu lassen. Und wer den üblichen Vorfilm vermisst: den hat man sich wohl nicht mehr getraut auf die Scheibe zu packen, nachdem der Eisprinzessinnen-Abklatsch mit Schneemann Olaf in den Kinosälen gar nicht gut ankam.

 

Blu-ray Extras:

  • Audiokommentar mit Lee Unkrich, Adrian Molina und Darla K. Anderson
  • Willkommen zum Fest (2 min)
  • Meine Familie (10 min)
  • Dante (6 min)
  • Wie man ein Skelett zeichnet (3 min)

 

Ninas Filmwertung

Einmal Unterwelt und zurück: Pixars farbenfroher Ausflug in die mexikanische Folklore.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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