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Das Licht, aus dem die Träume sind

EuroVideo Medien GmbH

Das Licht, aus dem die Träume sind

Chhello Show

Indien / USA / Frankreich 2021

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 107 Min.

Vertrieb: EuroVideo Medien GmbH

Filmzine-Review vom 03.11.2022

Der neunjährige Samay (Bhavin Rabari) lebt mit seinen Eltern und seiner kleinen Schwester in einem kleinen indischen Dorf im Nirgendwo. Sein Vater verkauft Tee am örtlichen Bahnhof, von wo aus Samay statt in die Schule zu gehen heimlich Ausflüge in die nächstgelegene Stadt unternimmt. Seit sein Vater ihn nämlich zur geistigen Erbauung in einen Film über die Hindu-Göttin Kali mitgenommen hat, ist es um den kleinen Träumer geschehen. Er ist fasziniert vom Kino, von den Geschichten, vom Licht und von den unendlichen Möglichkeiten, die ihm dieses Universum bietet…

Die Geschichte, die Pan Nalin in Das Licht, aus dem die Träume sind erzählt, trägt autobiografische Züge. Sie ist gleichzeitig eine Liebeserklärung an das Kino und damit eine Hommage an und eine Verbeugung vor Giuseppe Tornatores Cinema Paradiso aus dem Jahr 1988. Nicht zuletzt, weil sich sein Protagonist auch mit einem Filmvorführer anfreundet, der ihn in die Geheimnisse der cineastischen Welt einweiht. Mit den Lunchboxes, die ihm seine Mutter liebevoll zubereitet, erkauft er sich den Zutritt zum Vorführraum und lernt dort die technischen Abläufe kennen. Für Samay steht schon lange fest: Er will nicht nur Filme schauen, er will sie auch machen. Und so entdecken wir mit Samay gemeinsam seine Faszination für die Wirkung von Licht, von farbigen Linsen, von gebündelten Strahlen, von Gegenlicht. Diesen träumerischen Szenen schenkt Nalin ebenso viel Aufmerksamkeit wie der Zubereitung des köstlichen Essens, dem in indischen Filmen häufig eine besondere Rolle zukommt. Ein großer Geschichtenerzähler war Samay schon immer – er und seine Freunde unterhalten sich gegenseitig ständig mit selbst erfundenen Storys. Als sie eines Tages mitbekommen, dass der Zug in ihrem Örtchen regelmäßig Filmrollen anliefert, stibitzt die kleine Bande in schöner Regelmäßigkeit die Neuerscheinungen und zimmert sich aus allen möglichen Schrotteilen ein eigenes Selfmade-Kino zusammen. Gerade diese Szenen gehen einem besonders ans Herz, denn die Leidenschaft, mit der die Kinder immer weiter experimentieren, bis ihr „Filmprojektor“ endlich funktioniert, ist einfach ansteckend. Ihre Begeisterung geht sogar so weit, dass sie den Film für die anderen Kinder im Dorf live vertonen. Als am Ende die Digitalisierung auch das Kleinstadtkino erreicht, wird es fast schon dokumentarisch: In einer riesigen Recycling-Anlage beobachtet Samay melancholisch, wie die ausgedienten Filme weiterverarbeitet werden. Aus den Filmdosen werden billige Blechlöffel, das Zelluloid wird in einem recht giftig aussehenden Verfahren eingekocht und zu Plastikarmreifen verarbeitet. Die Filme leben weiter!

 

DVD Extras:

    • Trailer zum Film
    • Trailer zu 5 weiteren Titeln

 

Ninas Filmwertung

Charmante Liebeserklärung an die Kraft des Kinos aus der Sicht eines neugierigen und fantasievollen Jungen.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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