Das Sams – Der Film

© Kinowelt Home Entertainment

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Das Sams – Der Film

D 2001

FSK: ohne Altersbegrenzung

Länge: ca. 98 Min.

Studio: Kinowelt

Vertrieb: Kinowelt Home Entertainment

Filmzine-Review vom 16.07.2002

Eigentlich führt Bruno Taschenbier ein ziemlich normales, idyllisches Kleinstadt-Leben. Er arbeitet als Konstrukteur in einer Schirmfabrik und bewohnt ein kleines möbliertes Junggesellen-Zimmer im Haus seiner meist übellaunigen Vermieterin Frau Rotkohl. Seine mangelnde Durchsetzungskraft und auffällige Schüchternheit erschweren ihm dabei den Alltag bei fast jeder Gelegenheit. Als Herr Taschenbier während eines samstäglichen Wochenmarkt-Besuches jedoch unerwartete Bekanntschaft mit einem kleinen reimenden und schimpfenden Wesen – dem Sams – macht, ändert sich sein bis dato so ruhiges Dasein schlagartig. Denn das rothaarige, blaugepunktete Sams mit seiner Rüsselnase ist nicht nur laut, frech, immer hungrig und reichlich anstrengend – nein, es kann auch Wünsche erfüllen …

Als Paul Maar Anfang der siebziger Jahre mit dem Kinderbuch Eine Woche voller Samstage das Sams literarisch zum Leben erweckte, schuf er einen echten Klassiker und legte den Grundstein für einen Erfolg, der bis heute anhält. Selbst wer keines der Sams-Bücher gelesen hat, wird zumindest die liebevolle TV-Produktion mit den Marionetten der Augsburger Puppenkiste aus den Achtzigern kennen. Die Erwartungshaltung an eine Kino-Realverfilmung war also enorm, was Regisseur Ben Verbong wie auch Produzent und Drehbuch-Co-Autor Ulrich Limmer (Schtonk!, Gripsholm) sicher einigen Nervenkitzel extra bescherte. So dass die enge Mitarbeit des geistigen Sams-Papas Paul Maar, der auch beim Drehbuch Hand angelegt hat, nur von Vorteil sein konnte.

Und tatsächlich: der Film ist ein Volltreffer geworden, der den Beweis antritt, dass intelligente Unterhaltung Kinder und Erwachsene gleichermaßen fesseln kann. Die rasant und teilweise extrem witzig erzählte Story lebt dabei, neben ihrer einwandfreien film- und tricktechnischen Realisierung, in erster Linie von einer atemberaubenden Besetzung. Allen voran sei hier der genial agierende Ulrich Noethen als chronisch überforderter, unsicherer und bemitleidenswerter Herr Taschenbier genannt. Aber auch ChrisTine Urspruch bietet als schrilles, nervtötendes, anstrengendes und trotzdem absolut liebenswertes Sams eine insgesamt gute Darstellung. Doch damit erschöpft sich das Ensemble noch lange nicht. Auch Armin Rohde als Taschenbiers einziger Freund Herr Mon, August Zirner als furchteinflößender bissiger Chef, Aglaia Szyszkowitz als bildhübsche und erobernswerte Frau März oder Eva Mattes als nörgelnde Vermieterin Rotkohl liefern Glanzleistungen ab, die Das Sams zu einem hell lechtenden Stern am deutschen Kinderkino-Himmel machen.

Die DVD glänzt durch ein farbenfrohes, kräftiges, insgesamt gutes Bild und liefert im Audiobereich ungetrübten Hörgenuss. Der dynamische Sound bietet einen frischen Raumklang und kann an einigen Stellen sogar mit echten Surround-Effekten aufwarten.
In den zahlreichen Bonusmaterialien stechen neben dem Audiokommentar (Maar/Limmer/Sams) besonders der Musik-Clip zum „hitverdächtigen“ Titelsong von NDW-Legende Inga Humpe (heute „2raumwohnung“), das Interview mit dem Sams und die wahlweise kommentierten nicht verwendeten Szenen ins Auge. Leider wurde es unverständlicherweise versäumt, dem Streifen Untertitel zu verpassen, was den Filmspaß für hörgeschädigte Interessenten deutlich mindern dürfte. Positiv hingegen überrascht das zum Poster ausklappbare Booklet, ein Bastelblatt und echte Wunschpunkt-Aufkleber als Beilagen im DVD-Case.

 

Mikes Filmwertung

Dieses Sams läßt keine Wünsche offen – ein Volltreffer.

Mike

Mike

Serien-Gucker und Doku-Reviewer. Mit einem Faible für deutsche Filme und britischen Humor.

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