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Dead Man’s Wire

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Dead Man’s Wire

USA 2025

FSK: ab 16 Jahren

Länge: ca. 105 Min.

Vertrieb: LEONINE

VÖ-Datum: bereits erhältlich

Filmzine-Review vom 30.08.2026

Indianapolis 1977, der finanziell ruinierte Privatinvestor Anthony G. „Tony“ Kiritsis (Bill Skarsgård) nimmt Richard Hall (Dacre Montgomery), den Verantwortlichen für Hypotheken der Meridian Mortgage Company, als Geisel. Dabei legt er dem Banker einen mit dem Abzug einer Schrotflinze verbundenen Draht um den Hals. Kiritsis fordert 5 Millionen Dollar, Straffreiheit und eine öffentliche Entschuldigung von Firmen-Oberboss M.L. Hall (Al Pacino), dem Vater des Entführungsopfers…

Regisseur Gus Van Sant begibt sich in seinem neuesten Werk Dead Man’s Wire auf die Spuren von Sydney Lumet und seinen 1970er Meisterwerken wie Network und besonders Hundstage (Original: Dog Day Afternoon). Genau wie dieser Klassiker basiert auch Dead Man’s Wire auf einer tatsächlichen Geiselnahme, die am 8. Februar 1977 in Indianapolis begann und insgesamt 63 Stunden dauerte. Der Titel bezieht sich dabei auf den tödlichen Draht, der sofort die Schrotflinte auslösen würde, falls Polizeischarfschützen versuchen sollten, einzugreifen. Mit einem guten Auge für historische Details und einer großen Portion schwarzem Humor zeigt der Film die Nachstellung der grotesken Verzweiflungstat. Kiritsis führte sein Opfer sogar mit dem tödlichen Draht live im Fernsehen vor, während er seine Forderungen verlas. Bill Skarsgård spielt den paranoiden und wutentbrannten Entführer überzeugend an der Schwelle zum Wahnsinn. Al Pacino (in einer schönen Reminiszenz an Hundstage) hat einen eindrucksvollen Kurzauftritt als Halls arroganter Vater, der sich weigert, Kiritsis die gewünschte Entschuldigung am Telefon zu geben. Dazu kommt noch Colman Domingo als Radio-DJ Fred Temple, der auf dem realen Indianapolis-Radio-Star Fred Heckman basiert, den Kiritsis tatsächlich angerufen hatte, um seine Beschwerden live im Radio zu äußern. Insgesamt eine gelungene True-Crime-Rekonstruierung, wenngleich längst nicht so intensiv und wuchtig wie der missglückte Banküberfall beim großen Vorbild Hundstage.

 

Blu-ray Extras:

    • Trailer zum Film
    • Trailer zu 3 weiteren Titeln
    • Wendecover

 

Marcs Filmwertung

Gelungene True-Crime Rekonstruierung mit viel Liebe zum historischen Detail und glaubhafter 70er-Atmosphäre.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
Beste Serie aller Zeiten: The Wire

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