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Die Wütenden

Die Wütenden

Les Misérables

Frankreich 2019

FSK: ab 16 Jahren

Länge: ca. 102 Min.

Vertrieb: Al!ve AG

Filmzine-Review vom 18.05.2020

Frankreich 2018: In den Straßen von Paris feiern die Bewohner ausgelassen den Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft. Schnell stellt sich besonders in den Vorstädten, wie dem berüchtigten Montfermeil, der Alltag wieder ein. Bei seinem ersten Einsatz mit seinen beiden neuen abgebrühten Kollegen gerät Brigadier Stéphane Ruiz ((Damien Bonnard) immer wieder zwischen die Fronten. Heikel wird es, als bei einer versuchten Festnahme ein Jugendlicher von einem der Polizisten durch ein Hartgummi-Geschoss schwer im Gesicht verletzt wird. Die Situation droht weiter zu eskalieren, denn eine Drohne hat den Vorfall im Detail aufgenommen. Ein Flächenbrand droht…

Ähnlich wie in dem 1990er-Jahre Klassiker Hass entwirft Regisseur Ladj Ly in seinem Spielfilmdebüt Die Wütenden – Les Misérables ein bedrückendes Szenario vom Alltagsleben in den Pariser Banlieues, in denen die Jugendlichen mit Migrationshintergrund einer hoffnungslosen Zukunft entgegensehen. Die präzise und wuchtige Inszenierung prangert schonungslos die sozialen Missstände an und findet eindringliche Bilder für die tägliche Konfrontation zwischen der hilflosen Polizei und den Banden, die das Viertel kontrollieren. Ladj Ly, der in dem problembeladenen Pariser Vorort selbst aufgewachsen ist, macht die Ordnungshüter nicht vordergründig für das Geschehen verantwortlich, prangert aber durchaus deren Praktiken an, etwa wenn sich die Flics einen Spaß daraus machen, junge Mädchen an der Bushaltestelle nach Drogen abzutasten. Den Status Quo kann die Staatsmacht nicht ändern, denn während die Polizisten gerade noch halbseidene Arrangements mit den jeweiligen Bossen des Viertels eingehen, wächst schon wieder eine neue Generation von jugendlichen Banden nach, die die Älteren einfach verdrängen. Die Wütenden erschüttert nachhaltig, auch weil die Prognose für die Zukunft düster bleibt und sich an der Ausgrenzung und dem Elend kaum etwas ändern wird. Für den diesjährigen Oscar® als bester fremdsprachiger Film hat es trotzdem nicht gereicht (der ging bekanntermaßen an Parasite), dafür heimste das Sozialdrama aber in der Heimat prestigeträchtige Auszeichnungen wie zum Beispiel den „Preis der Jury“ beim Cannes-Festival ein.

 

Blu-ray Extras:

    • Trailer zum Film
    • Trailer zu x weiteren Titeln

 

Marcs Filmwertung

Wuchtig erzähltes Sozialdrama, das ein bedrückendes Szenario vom Alltagsleben in den Pariser Banlieues entwirft.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
Beste Serie aller Zeiten: The Wire

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