© Bildmaterial Sony Pictures Entertainment

Gattaca

© 1997 Columbia Pictures Industries, Inc. All Rights Reserved.

Gattaca (4K UHD)

USA 1997

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 106 Min.

Vertrieb: Sony Pictures Entertainment

Filmzine-Review vom 23.06.2021

In nicht allzu ferner Zukunft haben natürlich geborene Menschen mit allen möglichen Makeln in der Gesellschaft keine Chancen mehr auf Erfolg. Dieser ist genetisch perfekten, im Labor erzeugten Übermenschen vorenthalten. Vincent (Ethan Hawke) gehört noch zum alten Schlag, hat ein schwaches Herz und muss deshalb auf seine Wunschkarriere als Astronaut bei der Elitefirma Gattaca verzichten. Doch so leicht gibt er nicht auf: Durch einen Trick leiht er sich die genetisch perfekte Identität des durch einen Unfall an den Rollstuhl gefesselten Spitzensportlers Jerome Morrow (Jude Law). Ausgestattet mit makellosen Blut- und Urinproben wird er in das Raumfahrtprogramm aufgenommen. Seine wahre Identität bleibt unerkannt und alles läuft nach Plan, bis eines Tages in der Firma ein Mord passiert. Findige Ermittler (u.a. Alan Arkin) könnten seine wahre Herkunft nun schnell entlarven…

Als einer der ersten Hollywood-Filme, der in den späten 1990ern das Thema der Genmanipulation aufgriff, hat Gattaca über 20 Jahre später als bahnbrechender Sci-Fi-Thriller längst Kultstatus erlangt und nichts von seiner Faszination eingebüßt. Der Neuseeländer Andrew Niccol (der ein Jahr später das Drehbuch zu Die Trumann Show verfasste) trifft in seinem bemerkenswerten Regie-Debüt genau den richtigen Ton. Der Ausflug in die Zukunft mit perfekten, aus dem Reaganzglas gezüchteten Menschen ist gleichzeitig ein Ausflug in die Vergangenheit, denn Gattaca nähert sich dem Thema fast schon altmodisch, mit einer Stimme aus dem Off, einer Liebesgeschichte und natürlich dem sterilen Retro-Design. So wie die unterkühlte Optik präsentieren sich auch die Schauspieler meist ohne große Emotionen. Ein kluger, gewollter Schachzug, denn in dieser durchkalkulierten, perfektionierten Gesellschaft spielen Gefühle kaum noch eine Rolle und machen zudem verdächtig.  Ethan Hawke (der am Set seine spätere Ehefrau Uma Thurman kennenlernte) und Jude Law, die hier beide noch am Anfang ihrer Karrieren standen, agieren exzellent. Für Regisseur Niccol war es leider ein früher Peak, denn mit Ausnahme von Lord of War konnte er in seinen späteren Filmen nie wieder an die Brillanz von Gattaca anknüpfen.

Im modernen 4K-Gewand kommen die vielen visuellen Raffinessen deutlich besser zur Geltung. Ein Upgrade, das sich lohnt, denn die Ultra HD-Version sieht nicht aus wie ein Film, der schon fast ein Vierteljahrhundert auf dem Buckel hat. Das Bild erreicht insbesondere bei der Schärfe eine deutliche Steigerung gegenüber der alten Blu-ray. Der visuelle Look wird von glatten und sauberen Oberflächen dominiert, die offensichtlich die makellose Perfektion widerspiegeln, die der Mensch durch die Gentechnik erreicht hat. Im Tonbereich ist der Unterschied aufgrund der Dialoglastigkeit nicht ganz so signifikant, trotzdem kann der (englische) Dolby Atmos-Sound hin und wieder Dampf machen (z.B. bei den Raketenstarts).

 

4K UHD Extras:

    • Trailer zum Film

 

Marcs Filmwertung

Ein kluger, visionärer Sci-Fi-Klassiker, der einen das Fürchten lehrt und in 4K in neuem Glanz erstrahlt.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
Beste Serie aller Zeiten: The Wire

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