
© Pandora Film
Gegen den Strom
Kona fer í stríð
Island 2018
FSK: ab 6 Jahren
Länge: ca. 96 Min.
Vertrieb: Pandora Film
Filmzine-Review vom 12.04.2019
Die Umweltaktivistin Halla hat allen globalen Großkonzernen den Kampf angesagt. In zahlreichen geheimen Aktionen kappt sie immer wieder die Stromversorgung einer Aluminiumfabrik am Rande von Reykjavik. Nicht einmal ihre Zwillingsschwester ahnt, dass Halla die „Bergfrau“ ist, an deren Aktionen sich die Geister der Öffentlichkeit scheiden. Als sie plötzliche die Zusage für ein Adoptionskind bekommt, steht sie vor einer schweren Entscheidung. Seit der Antragstellung sind einige Jahre vergangen und ihr Leben hat sich seitdem grundlegend geändert. Welche Zukunft kann sie sich eher vorstellen? Welches Opfer ist sie bereit zu bringen?
Die isländische Produktion mit dem internationalen Titel „Woman at War“ und dem genialen deutschen Titel Gegen den Strom wirft die Frage auf, wo die Grenze zwischen Aktivismus und Kriminalität liegt. Bis wohin heiligt der Zweck die Mittel? Die isländischen Medien im Film sind sich einig: die Sabotageakte sind als Terrorismus zu werten. Doch Halla kämpft weiter, sieht die Zukunft des Planeten in Gefahr und kann nicht untätig bleiben. In einigen spannenden Nacht- und Nebel-Aktionen gelingt es ihr immer wieder, dem Sicherheitsdienst zu entkommen, sie verschmilzt mit der rauen Landschaft, wird eins mit der Natur, die sie so sehr liebt. Ein Schafshirte freut sich über etwas Abwechslung und einen Hauch von Gefahr in seinem eintönigen Alltag und unterstützt die engagierte Frau. Die Adoption des ukrainischen Waisenmädchens ließe sich natürlich nicht mit ihren illegalen Aktivitäten vereinbaren. Will sie also die Weltrettung im großen Stil fortführen oder lieber die Welt eines kleinen Mädchens retten? Regisseur Benedikt Erlingsson findet für das aktuelle Thema genau den richtigen Ton, das kleine Ökodrama ist geistreich und schwarzhumorig, subversiv und liebevoll und hat einfach das Herz am rechten Fleck. Aufgelockert wird dieser Geheimtipp durch eine witzige Besonderheit: Der Soundtrack wird quasi live eingespielt, denn Regisseur Benedikt Erlingsson platziert sein Musiker-Trio immer dort, wo Halla gerade ist – am Straßenrand, auf einem Hoteldach oder in ihrer Wohnung.
DVD Extras:
- Dt. Trailer zum Film
- Trailer zu 16 weiteren Titeln
- Wendecover
Ninas Filmwertung
Isländisches Independent-Umweltdrama mit aktueller Thematik, das einige interessante Fragen aufwirft.
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Leserwertung
Trailer
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Cast & Crew
Schauspieler: Halldóra Geirharðsdóttir, Jóhann Sigurðarson, Jörundur Ragnarsson

