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Joe Bell

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Joe Bell

Good Joe Bell

USA 2020

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 94 Min.

Vertrieb: LEONINE

Filmzine-Review vom 09.12.2021

2013 bricht Joe Bell (Mark Wahlberg) von seiner Heimat Oregon an der US-Westküste auf, um zu Fuß nach New York zu gehen. Sein Marsch soll ein Marsch für seinen Sohn Jadin und gegen Mobbing sein. Auf dem Weg spricht er immer wieder in Schulen und Gemeindesälen, um Menschen für die Problematik zu sensibilisieren, die seinem Sohn das Leben unerträglich gemacht hat…

Ein eloquenter Redner ist Joe Bell nicht gerade. Seine kurzen, holprigen Vorträge verpuffen in den Turnhallen und Schul-Aulen des Landes, offenbar ohne sein Publikum nachhaltig zu beeindrucken. Doch für Bell ist sein Mahn-Marsch der einzige Weg, sein Unglück und seine Trauer zu bewältigen. Auch versucht er auf diese Weise, seine Versäumnisse als Vater ein Stück weit wiedergutzumachen. „Das renkt sich schon wieder ein“, rät er in einer Rückblende seinem verstörten Sohn, als sich dieser ihm gegenüber outet und von seinem täglichen Spießroutenlauf in der Schule erzählt. Das Drehbuch von Diana Ossana und Larry McMurtry (Brokeback Mountain) scheint sich nicht so recht entscheiden zu können, ob Joe Bell die Geschichte des Mobbing-Opfers sein will oder die des Vaters, der nach Antworten sucht. Letztendlich aber wird die unangenehme Mobbing-Thematik in den Hintergrund gedrängt und nur theoretisch abgehandelt und stattdessen die medienwirksame und publikumsfreundlichere Landesdurchquerung in den Fokus gerückt. Unglücklich gewählt ist in dem Zusammenhang der Originaltitel Good Joe Bell, der die Blasen an den Füßen des Vaters über den von seinem Sohn erlittenen Psychoterror stellt. Der Film drückt sich damit um das ernsthafte Charakterdrama, das er hältte sein können oder vielleicht sollen, und schlägt den bequemeren Weg des geringsten Widerstands ein.

Blu-ray Extras:

    • Dt. Trailer zum Film
    • Trailer zu 5 weiteren Titeln
    • Wendecover

 

Ninas Filmwertung

Roadtrip-Movie nach einer wahren Begebenheit, das leider zu oberflächlich bleibt.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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