© Bildmaterial Universal Pictures Home Entertainment

Judy

© Universal Pictures Home Entertainment

Judy

USA 2019

FSK: ab 0 Jahren

Länge: ca. 118 Min.

Vertrieb: Universal Pictures Home Entertainment

Filmzine-Review vom 22.05.2020

Kalifornien 1969. Am Himmel von Hollywood ist der Stern von Judy Garland längst untergegangen. Ihr Konto ist leer, das Hotel hat ihre Suite geräumt, und so steht sie plötzlich mit ihren Kindern aus dritter Ehe auf der Straße. In Europa hingegen ist ihre Stimme nach wie vor gefragt und so entschließt sie sich schweren Herzens, eine Konzertreihe in London zu spielen, um ihren Kindern ein Dach über dem Kopf bieten zu können, auch wenn sie die beiden dafür bei ihrem Ex-Mann zwischenparken muss. Ihre Londoner Assistentin und ihr Orchester haben es nicht leicht mit der von Tablettensucht und Schlafmangel sichtlich gezeichneten, launischen Diva…

Nach Bohemian Rapsody und Rocketman steht mit Judy das nächste Biopic einer internationalen Musikikone in den Startlöchern. Das Drama von Rupert Goold konzentriert sich auf den letzten Winter der 47-Jährigen, denn nur wenige Monate nach der Konzertreihe im Nachtclub „Talk of the Town“ starb Garland noch in London an einer Überdosis Schlaftabletten. Rückblenden in die Zeit der Dreharbeiten zu Der Zauberer von Oz (1939) verraten den Ursprung vieler ihrer Probleme. Mit damals noch als unbedenklich geltenden Aufputsch- und Beruhigungsmitteln wurde ihr Schlafrhythmus reguliert, Diätpillen sollten verhindern, dass der Kinderstar zu viel Speck ansetzte, ihr Geburtstagskuchen -- nur zum Angucken. Dazu psychischer Druck, Manipulation und schmierige Annäherungen von Studioboss Louis B. Mayer. In der Gegenwart ist die zierliche Frau körperlich extrem angeschlagen, schläft und isst so gut wie nie, bekämpft ihre Unsicherheit und Nervosität mit Gin Tonic. Ihre Auftritte sind unberechenbar. Entweder knipst sie direkt den Vollprofi an und liefert trotz gehörigen Alkoholpegels punktgenau ab, oder sie torkelt wie ein angeschossenes Reh im Scheinwerferlicht umher und beleidigt ihr Publikum.

Um Renée Zellweger ist es längere Zeit still gewesen -- und dann, zack, Oscar. Nicht ganz unverdient, muss man zugeben, denn dass man Judy Garland nicht als zickige Diva oder als naives Opfer abtut, ist ihrer einfühlsamen Darstellung zu verdanken. Ihre Judy ist schlagfertig, gewitzt, souverän, aber eben auch von Ängsten geplagt, denn nicht nur ihre Existenz und Karriere stehen auf dem Spiel, sondern auch das Sorgerecht für ihre Kinder. In Vorbereitung auf ihre Rolle trainierte Zellweger eineinhalb Jahre mit einem Vocal Coach und präsentiert Nummern wie „Come Rain or Come Shine“ oder „The Trolley Song“ mit eindrucksvoller Bravour. Natürlich darf auch „Somewhere Over The Rainbow“ nicht fehlen, wenngleich dieses Stück in eine recht kitschige Szene eingebettet wird.

 

Blu-ray Extras:

    • Interviews mit Cast & Crew (60 min)
    • Featurettes (4 min)

 

Ninas Filmwertung

Überraschend tiefgründiges, mitreißendes und überzeugend gespieltes Biopic eines musikalischen Ausnahmetalents.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

Alle Reviews anschauen

Leserwertung

Eure Leserwertung:
[Gesamt:6    Durchschnitt: 4.2/5]

Trailer

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Klick auf das Video-Vorschaubild stellt eine Verbindung zu YouTube her und setzt YouTube-Cookies auf Deinem Rechner. (Weitere Datenschutzinfos.)

Cast & Crew

Themen/Keywords

Share This Post On

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.